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Schüler aus vier Ländern und ihre Stadt

Comenius-Projekt Schüler aus vier Ländern und ihre Stadt

Thilo Guts Insel ist nichts als eine blaue Pappe: Eingerollt unter dem Arm suchen der Neuntklässler und die anderen irgendwo im Raum den Idealplatz für ihr Inselparadies – der eine hektisch mit kleinen Schritten, die andere quälend unschlüssig und langsam. So durcheinander wie sie umhergehen, reden sie auch miteinander: ein wenig norwegisch, ein wenig bulgarisch, französisch, viel deutsch. Und wenn sie nicht weiter kommen, auch englisch. Das ist Europa, das ist Comenius.

Länderübergreifend haben Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums in den vergangenen zwei Jahren im Comenius-Austausch-Programm via Internet und bei Besuchen gemeinsame Themen bearbeitet. Mit Workshops und Ausflügen gestalten sie in dieser Woche ihre Abschlussrunde – 58 Schüler aus Vratsa in Bulgarien, Drøbak in Norwegen, Lyon in Frankreich und die Göttinger aus den 9. und 10. Jahrgängen.

Mit den Sprachen gebe es überhaupt keine Probleme, sagt Thilo, „irgendwie verstehen wir uns immer“. Der THG-Schüler ist begeistert von Comenius – „das macht alles einfach Spaß“. Dieser Spaß ist geprägt von Austausch, Reisen, aber auch Arbeit. In verschiedenen Fächern bearbeiten die Teilnehmer aus allen Partnerschulen ähnliche Themen und tauschen die Ergebnisse im Internet aus. Oder sie arbeiten bei ihren Treffen gemeinsam ein Projekt aus. Im Zentrum stünden dabei „Aspekte des täglichen Lebens in ihrem Umfeld“, erklärt Lehrerin Ros-witha Moosmann. Arbeitslosigkeit, Integration oder Treffpunkte junger Menschen in ihrer Stadt seien nur einige von vielen Themen, die unter dem Comeniusaspekt in Politik, Wirtschaft und Geschichte analysiert wurden. Das Leitthema: „Unsere Stadt und ihre Jugend – ein europäischer Vergleich“.

Weil das Thema komplex ist und die Sprachen aufwendige Produktionen erschweren, werde in dieser Abschlusswoche mehr künstlerisch gestaltet, ergänzt der Lehrer Stefan Melzer. In Theater-, Tanz- und Kunstworkshops erarbeiten die Schüler Stücke, Tänze und Collagen, die ihre Idealstadt der Zukunft zeigen. Eine europäische Zukunft, denn Comenius-Schulpartnerschaften werden durch die Europäische Kommission für jeweils zwei Jahre gefördert – in Göttingen auch an der KGS und an der Schule am Tannenberg.

Durch die Projektarbeiten über einen langen Zeitraum sei der Comenius-Austausch nicht mit klassischen Klassenfahrten und Austauschprogrammen an Schulen vergleichbar, sagt Mossmann. Die Schüler kommunizieren über einen längeren Zeitraum. „Wir chatten immer mal ein bisschen und es gibt schon Freundschaften“, verrät Marie Lou aus Frankreich. Das Schönste aber sei, „andere Länder zu entdecken und mit so viel verschiedenen Leuten zusammenzukommen“.

Ihre Ergebnisse präsentieren die Schüler heute um 18.30 Uhr in einer Forumsveranstaltung in der Aula der Schule in der Grotefendstraße 1.

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