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Schürzenjäger auf der Zillertaler Kegelbahn

Gertrud und Alfons Bogedain Schürzenjäger auf der Zillertaler Kegelbahn

OSie sangen Lieder wie „Liebes Mädel aus der Stadt“, „Ohne Musi geht nix“ oder „Sierra Madre“ – nein, nein, nicht das Ehepaar Gertrud und Alfons Bogedain, sondern die Zillertaler Schürzenjäger. Obwohl: Auch die beiden summen sicherlich täglich ein Stück der Volksmusiker vor sich hin.

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Vier Urenkel, alles Mädchen: Gertrud und Alfons Bogedain sind seit 60 Jahren verheiratet und stolz auf ihre Familie.

Quelle: Hinzmann

Was das mit der diamantenen Hochzeit der Bogedains zu tun hat? Nun ja: Sie sind, wenn nicht die Entdecker der Schürzenjäger, dann aber mindestens ihre ersten Fans.

Es war im Jahr 1977, als Gertrud und Alfons Bogedain zum ersten Mal ins Zillertal reisten. Die Kinder waren groß, das Geld war da, und so ging es runter nach Tirol, drei Wochen lang. Der Achensee, die Ahorn-Spitze, Bozen, Meran, die Bogedains waren sofort verzaubert. „Die Berge lieben wir ja“, sagt Gertrud Bogedain. Und als dann eines Abends auf einer Kegelbahn drei junge, knackige Herren Volkslieder anstimmten, war es um die Bogedains endgültig geschehen. „Das war unsere Musik“, erinnert sich die 78-Jährige mit glänzenden Augen und kramt eine Platte aus der Anfangszeit der Musiker hervor. „Das waren drei, die wir mit hochgebracht haben. Das waren unsere Jungs“, sagt sie und deutet auf die drei Männer in roter Tracht vor enzianblauem Bergpanorama.

Viel früher, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, gab es Wichtigeres als Musik. Alfons Bogedain, der sich 1941 freiwillig zur Marine gemeldet hatte und fortan mit einem Motorschiff auf Nord- und Ostsee patrouillierte, geriet in amerikanische Gefangenschaft, aus der er jedoch schnell wieder entlassen wurde. Der gelernte Landmaschinenschlosser aus Kosiadel in Niederschlesien wurde gebraucht. „Auf dem Klostergut Mariengarten habe ich meinen Bruder wiedergefunden“, erinnert sich der 87-Jährige. Zusammen arbeiteten sie in der Landwirtschaft. Zur selben Zeit hatte Gertrud, die im benachbarten Dramfeld wohnte, auf dem Klostergut eine Freundin, und so lernte sie ihren Alfons kennen. 1950 heirateten sie, 1951 kam Sohn Manfred, 1952 Detlev zur Welt.

Die ersten Jahre wohnte die Familie in Stockhausen, dann wechselte Alfons Bogedain zur Phywe nach Göttingen. 1977 zog das Paar nach Obernjesa, wo es heute noch lebt. Hier arbeitete Gertrud Bogedain jahrelang als Haushaltshilfe, unter anderem für das Pastorenehepaar. „Wenn die im Urlaub waren, sind wir ins Pastorenhaus eingezogen“, erinnert sie sich. Sie brachte den Haushalt in Ordnung, Alfons kümmerte sich um den Garten. „Wenn die wiederkamen, hatten sie ein schön geputztes Haus“, sagt die 78-Jährige. Das Verhältnis ist auch heute noch so gut, dass es sich der ehemalige Pastor Obernjesas nicht nehmen lässt, heute Mittag den Gottesdienst anlässlich der diamantenen Hochzeit zu halten. Danach wird im Gasthaus Zur Mühle weitergefeiert.

Etwa 40 Gäste werden erwartet, darunter natürlich auch die drei Enkel und vier Urenkel, der ganze Stolz des Ehepaars Bogedain. Überall in der Wohnung stehen Fotos der Familienangehörigen, und irgendwann hat Gertrud Bogedain sie alle auf dem Wohnzimmertisch drapiert. Kinder, Enkel und Urenkel würden immer gerne zu Besuch kommen, sagt sie, und die Kleinen wollten oft gar nicht mehr weg. „Nein, ich will bei Oma bleiben“, würden sie dann sagen.

Daher sind die Bogedains in diesem Jahr auch kurzerhand gemeinsam mit Enkelin und Urenkeln in den Urlaub gefahren. Ziel war das Zillertal. Und auf der Fahrt dorthin lief natürlich nur eine Band: die Schürzenjäger.

Von Andreas Fuhrmann

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