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Schuldebatte in Gleichen: Elternsorgen, Proteste und offene Fragen

Zu wenig Kinder für fünf Schulen Schuldebatte in Gleichen: Elternsorgen, Proteste und offene Fragen

Kaum ein Thema hat die Gleichener bisher so bewegt: Fast 300 Bürger diskutierten am Donnerstag in der vollen Reinhäuser Turnhalle überwiegend  sachlich über die problematische Zukunft ihrer fünf Grundschulen. Dabei zeichnete sich ab, dass auch einige Schulen geschlossen werden müssen – aber welche?

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Großes Interesse: Gleichener Bürger informieren sich über Schulstandorte.

Quelle: Theodoro da Silva

Eltern, Lehrer und Ortspolitiker aus Bremke und Diemarden tragen T-Shirts mit dem Namenszug ihrer Schule. Mütter können nicht verstehen, dass ihre Kleinen bald lange Wege mit dem Bus fahren sollen. Statistiker hinterfragen immer wieder die vorgelegten Zahlen und Modelle. Und alle wollen vor allem eines wissen: Wie geht es weiter, wann gibt es endlich eine Entscheidung? Von Gerüchten haben sie genug. 

Die waren aufgekommen, weil Politiker und Schulvertreter bisher hinter verschlossenen Türen diskutiert haben. Erstmals stellt Gemeindebürgermeister Heinz-Jürgen Proch (SPD) an diesem Abend konkrete Ergebnisse vor. Und die sehen zurzeit so aus: In Gleichen gibt es immer weniger Kinder, nach Prognosen werden an den fünf Grundschulen in fünf Jahren weniger als 300 Kinder unterrichtet. Das sei zu wenig, gemessen an den hohen Betriebs- und erforderlichen Renovierungskosten für fünf Standorte. Und zu wenig, um qualitativ guten Unterricht mit ausreichend Lehrern und optimaler Klassengröße zu sichern. Letzteres ist unter den Gästen umstritten, wird aber auch von Ulrich Engelhardt als Leiter der Göttinger Außenstelle der Landesschulbehörde untermauert: 24 Schüler je Klasse sei die beste und gewünschte Maßzahl. Zugleich hofft Engelhard auf eine schnelle Entscheidung hin zu weniger Schulen, weil zurzeit zwei Schulleiterposten vakant sind.

In den nicht öffentlichen Vorrunden haben sich drei Wege herauskristallisiert: Alle Schulen werden trotz der Entwicklung gehalten. Alle werden geschlossen und durch eine neue große Schule an zentralem Ort ersetzen. Oder  es gibt ein Dreier-Modell.

Neubau zu teuer

Der Neubau ist bereits vom Tisch – er ist zu teuer. Und überraschend zeigt sich, dass offenbar auch die meisten Eltern erkennen, dass fünf Schulen auf Dauer nicht zu halten sind. Heftig umstritten aber ist die Frage, welche geschlossen werden sollen und vor allem, nach welchen Kriterien: Fahrwege und Entfernungen, Schulprogramme und Unterrichtsmethoden, Nachmittagsangebote oder auch Alter und Ausstattung der Gebäude?

Dreier-Modell?

Proch favorisiert ein Dreier-Modell: Die Gartetalschule bleibt bestehen und bekommt das Einzugsgebiet der Bremker Schule dazu. Letztere wird geschlossen. Die Groß Lengder Schule übernimmt wieder alle Kinder aus Klein Lengden. Die Reinhäuser Schule bekommt den Bereich Diemarden – letztere wird ebenfalls aufgegeben. Besonders die Bremker protestieren: Sie wollen ihre Schule halten oder wenigstens ihre Kinder morgens auf dem Weg zur Arbeit in Göttingen nach  Reinhausen fahren. Andere fragen, warum nicht Diemarden statt Reinhausen bestehen bleiben soll oder ganz andere Kombinationen geprüft werden. Der Streit wird noch forciert, weil Verwaltung und einige Politiker zu einer schnellen Entscheidung drängen. Viele verstehen die Eile nicht, wollen aber endlich auch einen klaren Fahrplan haben. Ob es den in der nächsten Ratssitzung am Montag, 30. März, gibt, bleibt offen.  Von Ulrich Schubert

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