Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Schulmensen: Einen vegetarischen Tag als Symbol

Mensen sollen künftig auf die Folgen der Fleischproduktion hinweisen Schulmensen: Einen vegetarischen Tag als Symbol

Mindestens an einem Tag in der Woche sollen Schüler und Lehrer in den Schulkantinen des Landkreises Göttingen ausschließlich vegetarisches Essen serviert bekommen. Welcher Wochentag in Berufsschulen und allen anderen weiterführenden Schulen mit Mensa dann Veggie-Tag sein soll, können die Schulen und ihre Essenslieferanten selbst entscheiden.

Voriger Artikel
Adelebsen: Suche nach Wohnmobil-Stellplatz
Nächster Artikel
Frühlingsfest auf Schloss Berlepsch

Veggie-Tag.

Quelle: Symbolbild

Göttingen. Der Vorstoß kommt von den Grünen, und ihr Antrag ist umstritten. Die Befürworter wollen mit wöchentlichen Veggie-Tagen vor allem auf die weltweiten Folgen der Fleischproduktion für die Umwelt hinweisen.

Die Gegner lehnen vegetarische Speisen nicht ab, sehen in einem festgelegten Tag ohne Fleisch aber eine Bevormundung, die das Ziel verfehle. Dennoch stimmten am Ende die Bildungspolitiker des Göttinger Kreistages und ihre beratenden Mitglieder im Fachausschuss mit großer Mehrheit zu. Die FDP lehnt die Kampagne ab, zwei CDU-Mitglieder enthielten sich der Stimme.

Es geht natürlich um vollwertige, gesunde Ernährung. „Aber auch darum, die Schüler und ihre Familien zum Nachdenken anzuregen“, erklärte im Ausschuss für die Grünen Maria Gerl-Plein . Die weltweite Fleischproduktion habe sich seit den 60er-Jahren mehr als vervierfacht. Der Fleischkonsum in Deutschland habe sich in derselben Zeit mehr als verdoppelt. Mit diesem Trend gehe ein stetig steigender Flächenbedarf für den Anbau von Futtermitteln und die Viehzucht einher, so die Grünen in ihrem Antrag.

Allerdings müssten am Veggie-Tag „wirklich vollwertige Speisen ohne Fleisch und Fisch“ angeboten werden, forderte Gerl-Plein. „Ein Nudelgericht, bei dem man nur das Fleischstück weglässt, reicht da bei weitem nicht aus.“ Und: Die Schulen sollten aufgefordert werden, zu den Veggie-Tagen gemeinsam mit Verbänden über die Hintergründe zu informieren – zum Beispiel in Form von Wettbewerben.

Lothar Dinges (Freie Wähler) wertete den Ansatz als „einen Schritt in die richtige Richtung“. Wenn gesunde und regionale Speisen – erst Recht vegetarische – fantasievoll und gut zubereitet werden, würden sie von Schülern auch angenommen und geschätzt. Das zeige sich täglich in der Mensa der Duderstädter Förderschule. Auch Eckhard Fascher (Linke) und Manfred Kuhlmann (SPD) wollen mit dem Veggie-Tag ein „symbolhaftes Zeichen setzen“.

Zweifel hegt die CDU: Gesundes Essen sei gut und wichtig, sagte Thomas Deppe (CDU). Es sei aber „kontraproduktiv, Kindern ein bestimmtes Essen vorzuschreiben“. Besser sei es, gesundes Essen mit und ohne Fleisch zur Auswahl anzubieten. Das sei bereits täglich Praxis in den Mensen, ergänzte Hiltrud Sürmann (FDP) und formulierte noch deutlicher: Ein „Verbot“ von Fleisch an einem Wochentag sei „unpädagogisch und der guten Sache nicht dienlich“.

Die Stadt Göttingen geht in ihren Schulmensen und Kantinen einen ähnlichen Weg. Sie beteiligt sich gemeinsam mit Gastronomen an der Kampagne „ Donnerstag – Veggie-Tag“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Bilder der Woche 6. bis 12. Januar
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt