Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Schulstreik am Grotefendgymnasium in Hannoversch Münden

"Wir wollen unsere Klassenfahrten wieder haben" Schulstreik am Grotefendgymnasium in Hannoversch Münden

Streik am Grotefend-Gymnasium in Münden: Mehr als 600 Schüler aus fast allen Jahrgängen haben am Montagvormittag den Unterricht boykottiert.  Zwei Stunden protestierten sie laut mit Redebeiträgen und Polonaise auf dem Schulhof. „Wir wollen unsere Klassenfahrten wieder haben“, forderten sie auch auf Transparenten und Plakaten.

Voriger Artikel
Überfall auf Spielhalle in der Goetheallee Göttingen
Nächster Artikel
Friedländer Rathaus soll bei Personal sparen
Quelle: Vetter

Hann. Münden. Hintergrund sind die Pläne der Landesregierung, Lehrern zugesagte Entlastungen im Alter wieder zu streichen und die Arbeitszeit der Gymnasiallehrer zu verlängern. Im Gegenzug haben die Pädagogen an den meisten niedersächsischen Gymnasien beschlossen, künftig keine Klassenfahrten mehr zu betreuen.

Genau das aber ärgert und frustriert die Grotefend-Schüler mächtig. Ihr Streik ist der erste in Südniedersachsen, der sich  offen gegen die Entscheidung der Lehrer richtet. Eine ähnliche Protestaktion gab es vergangene Woche in Wildeshausen bei Oldenburg.

„Wir haben natürlich Verständnis für den Frust der Lehrer“, sagte Lea Henneking aus der 9e. „Es ist aber nicht in Ordnung, dass sie ihren Streit mit dem Land auf unserem Rücken austragen.“ Ihre Klasse hat den Streik organisiert – mit Flugblättern, Infos an alle Klassensprecher und über ein Internetforum.

„Ohne Fahrt hat Schule keine Klasse“

Mit etwa 600 von 850 Grotefend-Schülern sind die meisten dem Aufruf gefolgt, viele haben dazu kreativ Plakate gestaltet: „Ohne Fahrt hat Schule keine Klasse“, mahnt eine Gruppe. Andere erinnern daran: „Wir lernen Tag und Nacht, da sind Klassenfahrten auch angebracht.“

Gerade für die jüngeren seien Klassenfahrten „auch wichtig, um sich kennenzulernen und als Gemeinschaft zu wachsen“, ergänzt Mitorganisatorin Theresa Helm aus der 9e. Für viele seien Klassenfahrten die erste Chance, ins Ausland zu kommen.

Grundsätzlich bestehe Unterrichtspflicht. Darauf habe sie die Schüler auch hingewiesen, kommentierte Schulleiterin Heidrun Korsch den Streik mit einem Augenzwinkern. Wird gestreikt, müsse der versäumte Stoff nachgearbeitet werden. Aber: „Schüler haben natürlich auch ein Recht auf Versammlung.“ Allerdings hätte sie sich eine Aktion an einem Sonnabend gewünscht. „Das hätte noch mehr gewirkt.“

Mehr als 600 Schüler aus fast allen Jahrgängen haben zwei Unterrichtsstunden boykottiert und auf dem Schulhof laut protestiert. © Vetter

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt