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Schultoiletten: Versifft oder erträglich?

Debatte im Rat Schultoiletten: Versifft oder erträglich?

Wie sauber sind die Toiletten in Göttinger Schulen? Werden sie ausreichend oder zu selten gereinigt? Dass es hier und da Probleme gibt, streitet keine Partei im Rat der Stadt ab. Darüber, ob die Zustände erträglich oder untragbar sind, scheiden sich allerdings die Geister.

Die CDU beklagt einen Sanierungsstau und zu kurz gefasste Reinigungspläne: „Viele Schultoiletten sind in einem erbärmlichen Zustand“, kommentierte Thomas Häntsch einen Antrag seiner Fraktion in der Ratssitzung. Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) konterte: „Sicher gibt es Mängel, aber von versifften Schulen zu reden, ist übertrieben.“

Gesprungene Fliesen mit dem Charme der 1970er Jahre und stinkende Abflussrohre – „die Schüler ekeln sich“, fasste Häntsch im Rat Beschwerden von Eltern und Schülern zusammen. Sanierungspläne seien immer wieder verschoben worden. Noch gravierender seien die drastisch gekürzten Putzeinsätze der städtischen Kräfte und beauftragten Reinigungsfirmen. Für die Grundschule in Nikolausberg habe eine Kraft zwei Stunden Zeit – „das ist nicht zu schaffen“.

Mit einem Antrag will die CDU erreichen, dass der Bauzustand aller städtischen Schul-WCs überprüft, sie bei Bedarf saniert und die Schulen generell besser geputzt werden. In schönen Toiletten würden Schüler auch weniger randalieren, ergänzte Gabriele Funck (FDP). Für die SPD appellierte Christian Henze an die CDU, ihre Landesregierung in die Pflicht zu nehmen. Sie sei für die schlechte Ausstattung der Schulen verantwortlich. Zudem listeten Henze und Meyer auf, dass die Stadt jährlich mehrere Hunderttausend Euro in die Schulsanierung investiere – im Jahr 2010 fast 80 000 Euro für die Sanitärbereiche.

Zentraler Grund für kürzere Reinigungszeiten und die Teilprivatisierung des Putzdienstes sei die Finanznot der Stadt, ergänzte Rolf Becker, Fraktionschef der Grünen. Fast alle Parteien hätten Personalkürzungen in den Vorjahren mitgetragen – auch die CDU. Torsten Wucherpfennig (Linke) forderte, die Reinigung wieder allein in städtische Hand zu nehmen. Über den CDU-Antrag wird jetzt der Schulausschuss des Rates weiter diskutieren.

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