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Schwarzgeld schlecht verwaltet?

Unternehmer verliert 13 Millionen Euro Schwarzgeld schlecht verwaltet?

Wegen Untreue in einem besonders schweren Fall muss sich seit Montag ein 59-jähriger Vermögensverwalter mit Wohnsitz in Monaco vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem aus Süddeutschland stammenden Angeklagten vor, durch falsche Beratung und eigenmächtige risikobehaftete Aktienkäufe einem Unternehmer aus Hann. Münden einen Vermögensverlust von rund 13 Millionen Euro zugefügt zu haben. Das Verfahren war durch eine Strafanzeige des Unternehmers in Gang gekommen. Dieser hatte sich außerdem selbst wegen Steuerhinterziehung angezeigt – eines seiner betroffenen Konten in der Schweiz war ein Schwarzgeld-Depot gewesen.

Der Angeklagte betreibt seit Anfang der 1980er Jahre in der Schweiz ein Finanzdienstleistungsunternehmen, das eine bankenunabhängige Vermögensverwaltung anbietet. Seit 1994 gehörte auch der Mündener Unternehmer zu seinen Kunden. Laut Anklage schloss er mit diesem sogenannte Portfolio-Management-Verträge ab und richtete dann für ihn in der Schweiz zwei Depotkonten ein, auf die in den Folgejahren mehr als 15 Millionen Schweizer Franken eingezahlt wurden. Eines dieser Konten, das unter dem Codewort „Forelle“ firmierte, sei den deutschen Behörden nicht bekannt gewesen.

Ab 1997 erhielt der Vermögensverwalter die Möglichkeit eingeräumt, sogenannte Lombardkredite aufzunehmen, um mit diesen Kreditsummen Wertpapiere zu erwerben. Bis zum Jahr 2000 erzielte er auf diese Weise auch kräftige Gewinne. Dann brachen jedoch die Aktienkurse massiv ein.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, mehrfach sogenannte „Stopp-Loss-Order“ des Unternehmers missachtet zu haben. Er habe die Anweisung, die Aktien zu verkaufen und das Depot „Forelle“ in sicheres Buchgeld zu überführen, missachtet, weil er die Verluste nur für vorübergehend gehalten habe. In der Folgezeit habe er mehrfach einseitig in Technologie-Titel investiert – mit fatalen Folgen. Die Verluste wurden immer höher, am Ende hatte der Unternehmer über 13 Millionen Euro seines Vermögens eingebüßt.

Der Angeklagte, der sich von den Frankfurter Rechtsanwälten Hans Wolfgang Euler und Jürgen Fischer vertreten lässt, wies zum Prozessauftakt die Vorwürfe zurück. Er habe zu einer eher vorsichtigen Kreditausschöpfung geraten. Der Unternehmer habe jedoch aus „Profitgier“ massiv darauf gedrängt, die Kreditsumme für die Aktiengeschäfte deutlich zu erhöhen. Das Göttinger Landgericht hat Termine bis Ende Mai angesetzt.

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