Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
Siiiieeeebenundzwaaaanzig Kommaaaa zwei

Wochenendkolumne Siiiieeeebenundzwaaaanzig Kommaaaa zwei

Drei Outings gleich vorab: Erstens bin ich quasi in „FC Bayern München“-Unterwäsche, -Socken und -T-Shirts aufgewachsen. Zweitens finde ich die zahlreich kursierenden Fotomontagen unseres nunmehr Ex-Präsidenten in einer gelb-schwarz dekorierten Gefängniszelle geschmacklos. Und drittens habe auch ich Probleme im Umgang mit astronomischen Zahlen.

Voriger Artikel
Diskussion um Ortsräte: Überweisung in den Fachausschuss
Nächster Artikel
Warnstreiks von Verdi und Komba in Südniedersachsen

Markus Scharf.

Quelle: Hinzmann

Gleichzeitig aber auch relativ geringes Interesse daran, was vermutlich auf die Pädagogen und die Interessenlage aus frühen Schultagen zurückgeht. Als kleiner Bayernfan braucht man keine großen Zahlen. Für den angestammten Tabellenplatz, Zahl der ernstzunehmenden Gegner oder die Rückennummer der Lieblingsspieler (Jean-Marie Pfaff (1) und Karl-Heinz Rummenigge (11, Anm. d. Red.) brauchte ich selten mehr als die Eins.

Ich schicke das vorweg, um Ihnen frühzeitig zu ermöglichen, sich mit mir zu solidarisieren. Jetzt aber zu der Zahl, die in den letzten Tagen in jedermanns Mund zu finden war: „27,2 Millionen Euro.“ Gerne auch variiert als „siiiieeeebenundzwaaaanzig Kommaaaa zwei Millioooonen! Euroooo! Waaahnsinn!“, als könne man durch Silbenüberdehnung die Zahl und auch die eigene von ein wenig Sozialneid durchzogene Fassungslosigkeit noch größer machen.

Das soll also der Betrag sein, den Uli Hoeneß, gerne auch variiert als „der Uli“ oder „unser Uli“ ganz ohne Silbendehnung, am Fiskus vorbeigeschaufelt hat. Am Ende des Verfahrens waren es sogar noch 1,2 Millionen Euro mehr, aber was macht das schon.

Bleiben wir bei 27 200 000 ... wie gesagt, ich habe es nicht so mit diesen vielstelligen Gebilden. Zur Veranschaulichung: Was könnte man dafür kriegen – außer dreieinhalb Jahre? Sie könnten sich für das Geld zirka drei Jahre lang jeden Tag einen neuen Kleinwagen vor die Tür stellen. Oder sie lassen die Rolling Stones ein zehnstündiges Konzert in ihrem Wohnzimmer geben. Alternativ wären auch 300 Flugstunden mit einem Kampfjet machbar. Macht alles wenig Sinn, ginge aber.

Mit Blick auf die Göttinger Themen der vergangenen Woche bieten sich aber noch ganz nette Gelegenheiten, die „siiiieeeebenundzwaaaanzig Kommaaaa zwei Millioooonen! Euroooo!“ mehr oder weniger sinnfrei loszuwerden. Man könnte sie zum Beispiel ins Weender Freibad pumpen. Für ein paar Euro das Leck stopfen, anschließend mit dem Rest des Geldes das Schwimmerbecken mit Discount-Champagner füllen und den Sport-Ausschuss, der sich am Dienstag mal wieder mit dem Bad befasst, so richtig stilvoll baden gehen lassen.

Alternativ könnte man die Nordstadt für die kommenden Jahre wieder aus der städtischen Parkraum-Bewirtschaftung herauskaufen. Oder Duderstadt den Landeszuschuss (9,9 Mio Euro) für den frisch unterschriebenen Zukunftsvertrag verdreifachen. Langweilig? Vielleicht, aber möglich.

Aber besinnen wir uns, wessen Geld wir hier imaginär verjubeln. Da liegt es doch auf der Hand, dass das Geld in die Sportförderung geht. Profi-Basketball, Profi-Tanzen, Profi-Minigolfen, Profi-Kanupolo, Profi-Schach, Profi-Bowling wären in der Region über Jahre gesichert. Profi-Fußball? In Göttingen? Nein, eher nicht.

Da bräuchten wir wohl eher „den Uli“ höchstpersönlich und nicht nur sein Geld. Und der ist ja vermutlich erst einmal nicht abkömmlich... Habe plötzlich das dringende Bedürfnis, mich in meine Bayern-Bettwäsche zu kuscheln und wünsche ein schönes Wochenende.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
„Unmut und Unverständnis“ im Norden
Zimmermannstraße: Seit Jahresbeginn nimmt die Stadt Göttingen Parkgebühren in der Nordstadt.

Krisengespräch im Göttinger Rathaus. Thema: die Parkgebühren, die die Stadt seit Beginn des Jahres in der Nordstadt kassiert. Wegen „nicht tragbaren Belastungen der Beschäftigten im Gesundheitswesen sowie der Patienten und ihren Angehörigen“ treffen sich heute Vertreter von Krankenhäusern (Klinikum, Evangelisches Krankenhaus Weende, Neu Bethlehem), des Seniorenheims Luisenhof sowie der Universität mit Mitarbeitern der Verwaltung.

  • Kommentare
mehr
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt