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„Sind nicht an Ihrem Ford Ka interessiert“

Visitenkarten-Angebote „Sind nicht an Ihrem Ford Ka interessiert“

Sie sind wetterfest beschichtet und verkünden alle Interesse am Ankauf von Fahrzeugen – Visitenkarten, die Autoaufkäufer gerne einmal in der Seitenscheibe der auf Parkplätzen von Einkaufsmärkten abgestellten Wagen hinterlassen. Telefonnummern, bei denen sich der potenzielle Verkäufer melden kann, inklusive. Die Tageblatt-Redaktion hat in Göttingen fünf Kärtchen gesammelt und angerufen.
Das Objekt: ein Ford Ka, Baujahr 1999, 44 KW, 73 400 Kilometer, Farbe Grün, elektrisches Sonnendach, neue Bereifung. Die – bewusst leicht überzogene –Preisvorstellung: 2000 bis 2500 Euro.

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Viele Kärtchen am Ka, aber kaum Interesse: Visitenkarten von Autoaufkäufern.

Quelle: Heller

Auf dem ersten Kärtchen heißt es unter anderem: „Ich bin an Ihrem Wagen interessiert … Km-Stand, TÜV und KAT sind unwichtig … Ich zahle sofort Bargeld“, und auf der Rückseite wird versprochen: „Egal wo Sie sind, wir sind innerhalb von 30 min. bei Ihnen.“ Derselbe Text steht übrigens auch auf Kärtchen Nummer zwei, das jedoch andere Telefonnummern nennt und auch ein anderes Aussehen hat. Der Auto-Exporteur, das zeigen die Anrufe unter der Kasseler Festnetznummer, ist offensichtlich derselbe. Beim ersten Telefonat werden Marke, Baujahr, Kilometerstand und Farbe, Zustand und Ausstattung sowie Preisvorstellung – in dieser Reihenfolge – erfragt. Letzteres gibt den Ausschlag: „Tut mir leid, kein Interesse.“ Beim zweiten Anruf heißt es schon beim Erwähnen der Automarke: „Wir haben kein Interesse an Ihrem Ford Ka“. Der Gesprächspartner legt sogleich auf. Er will das Auto noch nicht einmal angucken.
Ähnlich verläuft das dritte Telefonat, wieder mit einer Kasseler Export-Import-Firma. Die Visitenkarte verheißt Interesse, „mit und ohne TÜV, wenig oder vielen Kilometern …“. Als der Herr die Preisvorstellung hört, macht er klar: „Ne, mehr als 1000 Euro zahlen wir nicht“. Schade, auch er will nichts von Vorzügen wie elektrischem Sonnendach oder neuen Reifen wissen, lässt sich nicht auf einen Besichtigungstermin ein.
Den verspricht Autoaufkäufer Nummer vier, nachdem er am Telefon betont hat, nicht mehr als 1700 Euro zu bezahlen. Das Geschäft werde gleich vor Ort abgeschlossen, der Ka gleich mitgenommen und abgemeldet. Das klingt dubios. Zum vereinbarten Termin kommt es jedoch nicht. Der Mann hatte versprochen, zuvor anzurufen, um den Treffpunkt zu klären. Offensichtlich hat der Kasseler Ex- und Importeur gleichen Nachnamens wie der Firmeninhaber von Kärtchen eins und zwei zwischenzeitlich ebenfalls das Interesse verloren.
Die fünfte Visitenkarte, so ist auf Anfrage unter der genannten Handynummer zu erfahren, stammt von einem Aufkäufer aus Göttingen. Auf seinem Kärtchen steht: „Ich bin immer interessiert und zahle Ihnen einen guten Preis.“ Für den Ka würde er 1200 Euro geben. Der örtliche Ford-Händler bietet für den Ka übrigens maximal 1000 Euro – wenn ein neues Fahrzeug gekauft wird. Da bleibt wohl nur noch der Verkauf an Privat oder über das Internet. Dort wird ein Gebrauchtwagenwert von 1750 Euro für den Ka errechnet.

Von Britta Eichner-Ramm

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