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Sitznachbarn bei Sondervorstellung im Stadttheater

Diamantene Hochzeit Sitznachbarn bei Sondervorstellung im Stadttheater

Mit Kopfschmerzen und einer Tablette fing die Liebe zwischen Ursula und Horst Scheele an. „Einer Tablette mit guten Nebenwirkungen“, sagt Horst Scheele und blickt zu seiner Frau. Seit 60 Jahren (10. Dezember 1949) sind die beiden Göttinger nun verheiratet.

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Seit 60 Jahren verheiratet: Ursula und Horst Scheele feiern diamantene Hochzeit.

Quelle: CR

Sechs Jahrzehnte, die sie gemeinsam verbracht haben, ohne den Freiraum des anderen zu beschneiden. Es war der zweite Pfingsttag 1947, als Horst Scheele seine Zukünftige um Arznei bat. Ein heißer Tag, erinnert sich der 82-Jährige, an dem er ein Handball-Pflichtspiel gegen Roringen hatte, wohin Ursula Scheele während des Krieges mit ihrer Familie gezogen war. „Ich hatte keine Tabletten in meiner Handtasche, so dass ich ihn aufgefordert habe, kurz mit zu meinem Elternhaus zu kommen“, erinnert sich Ursula Scheele.

Die erste Begegnung des diamantenen Hochzeitspaares liegt jedoch noch einige Jahre weiter zurück: Bei einer Sondervorstellung für Schulabgänger im ehemaligen Stadttheater (heute Deutsches Theater) saßen sie beim „Der zerbrochene Krug“ nebeneinander. Während der Pause seien sie ins Gespräch gekommen, aber „ab da haben wir uns erst einmal nur gegrüßt, wenn wir uns getroffen haben“, sagt die 82-Jährige. Damals war das heutige Ehepaar zwischen 14 und 15 Jahre alt. Während der Kriegsjahre haben sie sich aus den Augen verloren, sie ist nach Roringen gezogen, er wurde eingezogen und geriet in Kriegsgefangenschaft. Es gab keinerlei Kontakt zwischen den beiden – bis zum Handballspiel mit Kopfschmerzen. „Die Tablette habe ich gerne in Empfang genommen“, gesteht Horst Scheele.

Verlobung auf der Kirmes

Ein Jahr später, 1948 bei der Kirmes in Roringen haben sich die beiden verlobt. Den Heiratsantrag hat er in der Runde ihrer gemeinsamen Freunde gemacht. „Da war ich schon ein wenig nervös“, gesteht sich Horst Scheele ein. Beim Polterabend haben sie es sprichwörtlich krachen lassen. „Feuerwerkskörper waren ab 1949 wieder erlaubt“, sagt Horst Scheele. Freunde haben daraufhin drei Fässer mit ihnen gefüllt und gezündet. Auch ihre kirchliche Trauung war ein wenig anders: Statt zu Fuß zur Kirche zu gehen, waren Ursula und Horst Scheele das erste Paar in Roringen, die mit dem Auto gefahren sind – mit einem Buick des amerikanischen Ehemanns seiner Cousine. „Der ganze Weg war matschig, da wären wir absolut dreckig in die Kirche gekommen.“
Sechzig Jahre nach ihrem großen Tag in Roringen feiert das Ehepaar Scheele nun mit ihren zwei Kindern, den vier Enkelkindern und dem Freundeskreis, der seit sechs Jahrzehnten besteht, ihre diamantene Hochzeit.

Von Dörte Janßen

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