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Sofja Kovalevskaja Preisträgerin 2010 forscht am European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G)

Alexander-von-Humboldt-Stiftung Sofja Kovalevskaja Preisträgerin 2010 forscht am European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G)

Junge US-Neurobiologin Dr. Camin Dean erhält 1,64 Millionen Euro von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH) für fünf Jahre Gast-Forschungsaufenthalt am ENI-G.

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Sofja Kovalevskaja-Preis-trägerin 2010: Dr. Camin Dean.

Quelle: Privat

Die neuen Sterne am Forscherhimmel sind jung, exzellent und international umworben. Mit dem Sofja Kovalevskaja-Preis holt die Alexander-von-Humboldt-Stiftung die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zu Forschungsaufenthalten an deutsche Wissenschaftseinrichtungen.

Der seit 2002 zum fünften Mal verliehene Preis ist zurzeit einer der am höchsten dotierten Wissenschaftspreise in Deutschland. Zu den so umworbenen Forscherinnen gehört auch die amerikanische Neurobiologin Dr. Camin Dean. Mit einem Preisgeld in Höhe von 1,64 Millionen Euro forscht sie mit einer eigenen Forschungsgruppe für fünf Jahre am European Neuroscience Institute Göttingen.

Sie ist eine von insgesamt 18 Sofja Kovalevskaja-Preisträger/innen 2010. Finanziert wird der Preis vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Preisverleihung findet am 9. November 2010 in Berlin statt.

  ZUR PERSON
  Dr. Camin Dean, geboren 1971 in den USA, studierte Molekular- und Zellbiologie an der University of Arizona, Tucson, und der University of California, Berkeley, wo sie 2003 promoviert wurde. Forschungsaufenthalte führten sie nach Livermore in Kalifornien und nach New York. Seit 2004 forschte sie an der University of Wisconsin, Madison.

ZUR FORSCHUNG: SYNAPSEN IN PERFEKTER BALANCE

Das Gehirn ist das komplexeste Organ des menschlichen Körpers. Milliarden von Nervenzellen und Billionen von Verknüpfungen, die Synapsen, erlauben die Kontrolle vitaler Funktionen von der Atmung bis zur Ausübung vielschichtigter mentaler Aufgaben. Unablässig muss sich das Gehirn auf Veränderungen in der Umwelt einstellen. Ein Schlüssel hierfür ist die synaptische Plastizität, die Fähigkeit der Synapsen, sich und die Stärke der von ihnen übertragenen Signale anzupassen. Steigt die Signalstärke jedoch zu sehr an, kann es zu Schädigungen oder epileptischen Anfällen kommen.

Dr. Camin Dean untersucht die Mechanismen, die die Synapsen in der Balance halten, so dass das Gehirn funktionieren kann. Sie hat herausgefunden, welches Protein die Stärke von Synapsen auf einen sinnvollen Bereich einstellt, indem es die Freisetzung eines Neurotrophins kontrolliert, eines Signalstoffes, der nicht nur die synaptische Plastizität, sondern auch die Bildung neuer Synapsen beeinflusst. Dr. Dean will die zugrunde liegenden Mechanismen studieren und so dazu beitragen, Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit, Morbus Parkinson und Epilepsie besser behandeln zu können.
Mehr Informationen unter: www.eni.gwdg.de/index.php?id=324

DER SOFJA KOVALEVSKAJA-PREIS

Mit dem Sofja Kovalevskaja-Preis holt die Alexander von Humboldt-Stiftung die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zu Forschungsaufenthalten an deutsche Einrichtungen. Fünf Jahre lang können die jungen Forscher ohne administrative Zwänge an einem Institut ihrer Wahl arbeiten und eigene Nachwuchsforschergruppen aufbauen. Bewerben können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen aus dem Ausland, die ihre Promotion vor nicht mehr als sechs Jahren abgeschlossen haben. Deutsche Wissenschaftler können sich ebenfalls um den Preis bewerben, wenn sie seit mindestens fünf Jahren im Ausland forschen.
Benannt ist das Programm nach der russischen Mathematikerin Sofja Kovalevskaja.

Sofja Kovalevskaja wurde am 15. Januar 1850 in Moskau geboren. Schon als Kind führ-te sie ihr Onkel in die Mathematik ein. Mit elf Jahren wurden ihre Zimmerwände als Tapetenersatz mit Seiten aus Ostrogradskis Ausführungen zur Differential- und Integralanalyse beklebt. Ihr Nachbar, ein Mathematiker, entdeckte ihre Fähigkeiten und forderte ihren Vater auf, ihre bisher erworbenen Kenntnisse durch weiteren Mathematikunterricht zu fördern. 1869 reiste die inzwischen verheiratete Kovalevskaja nach Heidelberg, um dort ein Studium der Mathematik und Naturwissenschaften zu beginnen. Als sie jedoch als Frau abgewiesen wurde, überredete sie die Universitätsverwaltung, ihr die Erlaubnis zur inoffiziellen Teilnahme an Vorlesungen zu gewähren. In Heidelberg studierte sie drei Semester und wechselte 1871 nach Berlin, um bei Karl Weierstraß ihr Studium fortzusetzen. Trotz der Fürsprache von Weierstraß durfte sie sich aber nicht immatrikulieren. Weierstraß wurde für die kommenden vier Jahre ihr privater Lehrer. 1874 promovierte Kovalevskaja an der Universität Göttingen.

1889 erhielt sie als eine der ersten Frauen in Europa einen Lehrstuhl an der Universität Stockholm. Während der Zeit in Stockholm wurde sie Mitherausgeberin der Zeitschrift „Acta Mathematica", sie knüpfte Kontakte zu Mathematikern in Paris und Berlin und organisierte internationale Konferenzen. 1886 wurde ihr der „Prix Bordin" der Französischen Akademie der Wissenschaften verliehen. Ihre weitere Forschung brachte ihr 1889 den Preis der Schwedischen Akademie der Wissenschaften ein und noch im selben Jahr wurde sie Mitglied der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften. Sofja Kovalevskaja starb am 10. Februar 1891 in Stockholm an den Folgen einer Lungenentzündung.

Das Europäische Neurowissenschaftliche Institut Göttingen (ENI-G) wurde im Jahr 2000 als Kooperation zwischen der Universitätsmedizin Göttingen und der Max-Planck-Gesellschaft gegründet. Das Institut wird zur Zeit finanziert durch die Max-Planck-Gesellschaft und die Universitätsmedizin Göttingen. Das ENI-G ist der Förderung unabhängiger Forschung junger Nachwuchswissenschaftler verpflichtet, die sich durch hohe Standards und wissenschaftliche Exzellenz auszeichnen. Es beherbergt sieben unabhängige Nachwuchsgruppen mit Forschungsschwerpunkten auf verschiedenen Gebieten der Neurobiologie. Ziel ist es, die molekularen Mechanismen des Gehirns bei Gesundheit und Krankheit zu verstehen. Dies dient der Unterstützung bei der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten neurologischer und neurodegenerativer Erkrankungen wie Schizophrenie, Parkinson oder Alzheimer.

Die außergewöhnliche wissenschaftliche Gemeinschaft in Göttingen mit dem Primaten-zentrum, den Max-Planck-Instituten und den verschiedenen Instituten der Georg-August-Universität bietet exzellente Möglichkeiten für Kooperationen. Ein wichtiges Anliegen des ENI-G ist die europaweite Förderung der Ausbildung von Studenten und Wissenschaft-lern auf dem Gebiet der Neurowissenschaft. Diese Netzwerkaktivitäten wurden viele Jah-re durch die Europäische Union finanziell unterstützt.

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