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Sozialamt hilft, wenn Bestattungskosten den Angehörigen nicht zuzumuten sind

Würdevoll und angemessen Sozialamt hilft, wenn Bestattungskosten den Angehörigen nicht zuzumuten sind

Eine Bestattung ist für viele Angehörige nicht nur eine psychologische, sondern auch eine finanzielle Belastung. In manchen Fällen kann aber das Sozialamt einspringen, das 2013 in Göttingen in 110 Fällen die Bestattungskosten getragen hat.

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Kostenfaktor: Auch einfache Begräbnisse sind für viele Angehörige schwierig zu finanzieren.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Im Landkreis wurden im selben Zeitraum auf diesem Weg 26 Beisetzungen finanziert – weil die verstorbene Person keine Angehörigen hatte oder diese nicht genug Mittel aufbringen konnten. Aber auch wenn die Hinterbliebenen in der Lage sind, die Bestattungskosten zu übernehmen, stellt sich oft die Frage: Wer ist eigentlich verpflichtet, für das Begräbnis aufzukommen?

Grundsätzlich gilt: Sofern es ein Erbvermögen gibt, muss dieses zur Deckung der Bestattungskosten auch genutzt werden – auch, wenn es dadurch vollständig aufgezehrt wird.

Gegebenenfalls hat die verstorbene Person auch Anspruch auf Sterbegeld, das zwar nicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten ist, aber aus Unfall- oder Rentenversicherung resultieren kann. Danach sind Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner in der Pflicht, die weitere Abfolge ist in Paragraph 8 Absatz 3 des niedersächsischen Bestattungsgesetzes geregelt.

Einzelfallprüfung entscheidet

Das Sozialamt kann die Kosten für eine Bestattung übernehmen, wenn sie dem zur Bestattung Verpflichteten nicht zumutbar sind – was mit einer Einzelfallprüfung entschieden wird.

Wie oftmals angenommen, beschränkt sich die öffentliche Finanzierung keinesfalls nur auf das Nötigste: Getragen werden können Feuer- oder Erdbestattungen sowie weiterführende Posten wie Sarg, Überführung, Orgelspiel, Kapellennutzung oder ein einfaches Grabmal.

Auch die Friedhofsgebühren werden übernommen. Dieser Anspruch geht aus Paragraph 74 des zwölften Sozialgesetzbuches hervor. „Die Bestattungskostenbeihilfe soll eine würdevolle Bestattung in angemessenem Rahmen ermöglichen“, so Stadtsprecher Detlef Johannson. 

Ein Anspruch auf Kostenerstattung kann auch im Nachhinein geltend gemacht werden. Allerdings ist es ratsam, vor der Auftragserteilung beim Sozialamt vorstellig zu werden, damit genau geklärt werden kann, welche Leistungen übernommen werden. Zuständig ist das für den Sterbeort verantwortliche Sozialamt. Hat der Verstorbene Sozialleistungen erhalten, kann das für ihn zuständig gewesene Amt einspringen.

von Jonas Rohde

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