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St. Jacobi setzt auf Werbung am Kirchturm

Restaurierung des Bauwerks finanzieren St. Jacobi setzt auf Werbung am Kirchturm

Am Baugerüst rund um den Kirchturm der Jacobi-Kirche in Göttingen sollen in Zukunft bis zu 20 Werbeplakate hängen. Die ersten Banner könnten schon in zwei bis drei Wochen zu sehen sein, sagte Gemeindepastor Harald Storz. Die Gemeinde beschloss die Bannerwerbung am Baugerüst, um Gelder für die bis 2014 laufende Sanierung des mittelalterlichen Kirchenturms zu erwirtschaften.

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Bald mit Werbung: Der St.-Jacobi-Kirchturm in Göttingen.

Quelle: Mischke

Die Sanierung wird mehrere Millionen Euro verschlingen. „Die Gemeinde muss allein für die ersten beiden Abschnitte rund 43 000 Euro aus Eigenmitteln einbringen“, begründete Storz die Entscheidung. „Im Kirchenvorstand gab es eine Auseinandersetzung, vor allem hinsichtlich wirtschaftsethischer, ästhetischer und optischer Fragen.“ Am Ende habe es aber ein Votum für die Banner gegeben. „Außergewöhnliche Vorhaben erfordern ungewohnte Schritte“, so Storz.
Auch in anderen Städten wie in Dortmund oder an der Gedächtniskirche in Berlin werde an sakralen Gebäuden geworben. „Werbung für Sex, Alkohol und Zigaretten kommt nicht in Frage“, sagte Storz. Jedes Banner müsse zunächst vom Kirchenvorstand genehmigt werden.

Mit der Stadt, der Denkmalpflege und dem Kirchenvorstand sei ein einheitliches Erscheinungsbild beschlossen worden, sagte Wolfgang Beisert von der beteiligten Werbeagentur Beisert & Hinz. So sollten Firmen überwiegend mit ihrem Logo und nicht mit bestimmten Produkten werben.
„Die Kosten liegen bei etwa 45 Euro pro Quadratmeter pro Monat³, sagte Beisert. Bis 2014 hofft er auf Einnahmen im oberen fünfstelligen Bereich. „Vorsichtig optimistisch geschätzt, könnten rund 70 000 Euro bei einer Auslastung von 30 bis 40 Prozent zusammenkommen.“ Die hannoversche Landeskirche übernimmt rund 70 Prozent der Kosten. Weitere Mittel steuern der Kirchenkreis, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie die Stiftung Kirchliche Baudenkmäler (Kiba) bei.
Zum Abschluss der ersten Bauphase Ende September soll ein neues Kreuz auf der Spitze angebracht werden. Im vergangenen Oktober hatten Diebe die Wetterfahne und das Kreuz gestohlen. Kurze Zeit später tauchte nur die Wetterfahne mit einem anonymen Bekennerschreiben wieder auf. Das Kreuz blieb verschwunden, die Kirchengemeinde gab bei einem Göttinger Goldschmied ein neues in Auftrag. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Diebstahl mittlerweile eingestellt.

Die Pfarrkirche St. Jacobi in der Göttinger Altstadt wurde zwischen 1361 und 1433 als dreischiffige gotische Hallenkirche errichtet. Der 1427 bis 1433 errichtete Turm ist 72 Meter hoch. Er prägt mit den beiden Türmen von St.-Johannis das Altstadtpanorama Göttingens. Die Sanierung des Kirchturms hat im vergangenen Jahr begonnen. Das Bauwerk wird bis 2014 teilweise eingerüstet bleiben. Im Zuge der Sanierung wird auch das Dach des Kirchturms erneuert. Die grüne Patina verschwindet daher. Die nächsten Jahre wird ein rötlich leuchtendes Kupferdach zu sehen sein.

epd/bar

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Turmsanierung

Nach der langen Winterpause sind die Sanierungsarbeiten am Jacobikirchturm in der Göttinger Innenstadt nun wieder angelaufen. Dabei ging es in dieser Woche ganz nach oben auf den 72 Meter hohen Turm: Die Dokumentenkugel auf der Kirchturmspitze wurde abgenommen.

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