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200.000 Euro von Feuerwehrkonten abgezweigt?

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Geschäftsführer 200.000 Euro von Feuerwehrkonten abgezweigt?

Erneut ist ein führendes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehren in Südniedersachsen wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten ins Visier der Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen den Geschäftsführer der Sterbekasse der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Northeim wegen des Verdachts der Untreue.

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Der 58-Jährige soll zwischen Ende Februar und Ende Oktober 2016 insgesamt 50.000 Euro für sich vom Konto der Sterbekasse abgezweigt haben.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Northeim/Göttingen. Der 58-Jährige soll zwischen Ende Februar und Ende Oktober 2016 insgesamt 50.000 Euro für sich vom Konto der Sterbekasse abgezweigt haben. Außerdem habe er weitere 150.000 Euro von einem Konto der Sterbekasse abgehoben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick. Diesen Betrag habe er einer anderen Person als Darlehen zukommen lassen. Bislang sei unklar, ob die betreffende Person gewusst habe, woher dieses Geld stamme. Inzwischen seien 110.000 Euro zurückgezahlt worden.

Die Strafverfolgungsbehörden waren tätig geworden, nachdem ein Geldinstitut Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz erstattet hatte. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Transaktionen nach der diesjährigen Vertreterversammlung der Sterbekasse stattgefunden hätten, sagte Northeims Kreisbrandmeister Bernd Kühle. Man habe daraufhin alle Konten der Sterbekasse für den Geschäftsführer gesperrt. Außerdem habe man ihn von allen Feuerwehrtätigkeiten frei gestellt und ihm Hausverbot für die Geschäftsräume des Kreisfeuerwehrverbandes erteilt.

Es ist bereits der zweite Untreuefall bei den Feuerwehren in Südniedersachsen. Erst im April hatte das Landgericht Göttingen den früheren Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Osterode zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der 65-Jährige hatte zwischen 2011 und 2014 jedes Jahr etwa 20.000 Euro aus der Sterbekasse der Feuerwehren für eigene Zwecke abgezweigt. Viele Taten waren bereits verjährt. Insgesamt sollen auf den Osteroder Feuerwehrkonten 275.000 Euro fehlen.

Der Vorsitzende Richter hatte damals darauf hingewiesen, dass sowohl die Feuerwehren als auch die Aufsichtsbehörden eine gewisse Mitverantwortung trügen. Bei „halbwegs verlässlicher Kontrolle“ hätte auffallen müssen, dass jedes Jahr mehrere tausend Euro in der Kasse fehlten. Weder bei den Kassenprüfungen der Feuerwehr noch bei den Überprüfungen durch den Landkreis Osterode hatte es jemals Beanstandungen gegeben. Aufgedeckt hatte die Unregelmäßigkeiten das Finanzamt: Dort war aufgefallen, dass der Geschäftsführer Geld vom Konto des Kreisfeuerwehrverbandes für die Begleichung privater Steuerschulden verwendet hatte. Der 65-Jährige war seit den 1990-er Jahren mit der Kassenführung des Osteroder Verbandes betraut gewesen.   

Der Geschäftsführer der Feuerwehr-Sterbekasse im Kreis Northeim hatte dieses Amt seit 16 Jahren inne. Bislang habe es keinerlei Beanstandungen bei den Kassenprüfungen gegeben, sagte Kreisbrandmeister Bernd Kühle. „Er war eine absolute Vertrauensperson.“ Die Kassenprüfung für das laufende Jahr sei im April 2017 vorgesehen.  

Von Heidi Niemann

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