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Stadt Göttingen hat 20 neue deutsche Bürger

Verleihung der Staatsangehörigkeit Stadt Göttingen hat 20 neue deutsche Bürger

Sie leben seit mindestens acht Jahren in Deutschland, verfügen über einen Arbeitsplatz oder studieren, sprechen Deutsch und haben den Einbürgerungstest bestanden. 20 Einwanderer erhielten im Rahmen einer kleinen Feier im Ratssaal des Neuen Rathauses die deutsche Staatsangehörigkeit.

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Überreichung der Einbürgerungsurkunde: Verwaltungsmitarbeiter Manfred Kuhlmann (li.), Wolfgang Meyer und Mercam Armut.

Quelle: CH

Unter Applaus legte jeder einzelne den Eid ab, das Grundgesetz und die Gesetze zu respektieren und Deutschland nicht zu schaden. Letzte Unterschriften waren zu leisten. Dann stieß Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) mit den Neubürgern an. Die Stadt spendierte Saft und alkoholfreien Sekt.

„Ich bin in Deutschland geboren und zur Schule gegangen“, sagt Mario Kapsalis (35). Zu Griechenland, der Heimat seiner Eltern, habe er dagegen kaum einen Bezug. Des Griechischen sei er kaum mächtig, räumt er ein. Aufgewachsen ist er in Seesen, wo er auch seine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert hat. Seit zehn Jahren arbeitet er in Göttingen bei Sartorius.

Als „einen wichtigen Schritt“ in ihrem Leben sieht Mercam Armut ihre Einbürgerung. Die 22-Jährige stammt aus dem türkischen Istanbul. Im Jahr 2000 kam sie mit ihren Eltern in die Bundesrepublik. Am Anfang war ihr das Land fremd, berichtet sie. Heute beherrscht sie Deutsch fließend. „Mein Freundeskreis besteht aus Deutschen“, erzählt sie. Sie studiert Jura. Mit der Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit will sie zeigen, dass sie dazu gehört.

Als Kontingentflüchtling gelangte Anastasia Sokur (21) im Jahr 2000 aus dem mittelasiatischen Turkmenistan nach Deutschland. „Es war eine große Umstellung“, erinnert sie sich. Sie hatte ihre ersten Lebensjahre in einem heißen Land mit offenen, gastfreundlichen Menschen verbracht. Sie musste sich erst einmal an die zurückhaltende Art der Deutschen gewöhnen. Am Max-Planck-Gymnasium machte sie Abitur. „Ich war damals sehr aufgeregt“, erzählt sie. Nun will sie studieren, vielleicht Pädagogik. Zurzeit jobbt sie. Zur Einbürgerungsveranstaltung wird sie von ihrer Mutter begleitet. Sie ist die erste in der Familie, die eine Deutsche wird.

„Das Heiraten und Beantragen von Kindergeld war sehr kompliziert, obwohl ich aus England komme“, sagt Eszter Czoma (37), die mit einem Deutschen verheiratet ist. Sie erwartet sich bürokratische Erleichterungen von ihrer neuen Staatsangehörigkeit. 1999 kam sie nach Deutschland, um Kunstgeschichte, christliche Archäologie und Italienisch zu lernen. Die Mutter eines Kindes hat an der Universität und im Museum gearbeitet. Derzeit schreibt sie eine Doktorarbeit.

Mit der deutschen Bürokratie hat auch Zornitsa Bents (26) aus Bulgarien bereits Erfahrungen gesammelt. Die deutsche Verwaltung sei umständlich, aber sie funktioniere. „Man kann sich darauf verlassen“, lobt die Studentin der Volkswirtschaftslehre und Politik. In ihrer alten Heimat sei das nicht so. Trotzdem will sie auf keinen Fall ihre bulgarische Staatsangehörigkeit aufgeben. Ihr deutscher Ehemann entdeckte, dass Bulgaren das bei einer Einbürgerung in Deutschland auch nicht müssen. Daraufhin entschloss sich Zornitsa Bents, die Volkswirtschaftslehre und Politik studiert, den Schritt zu wagen. „Nun können wir nach vier Jahren unsere Flitterwochen in die USA machen“, freut sich ihr Ehemann. Für Bulgaren sei es nicht einfach, Visa zu bekommen. Das Ehepaar hat mittlerweile eine Tochter.

Wegen der Liebe kam Amora Kleinert (40) vor neun Jahren von Venezuela nach Deutschland. Über das Internet hat sie ihren deutschen Mann kennengelernt. Zur Einbürgerungsfeier wird sie von ihrer Schwiegermutter begleitet. „Ich bekomme so viel Unterstützung“, freut sie sich. Sie findet es ungerecht, dass manche Einwanderer an Deutschland herummäkeln. Die Bundesrepublik sei ihre zweite Heimat geworden. Für sie sei es selbstverständlich gewesen, dass sie sich eine Arbeit gesucht habe. In ihrem gelernten Beruf als Hotelfachfrau hat sie nichts befunden. Über eine Zeitarbeitsfirma fand sie einen Job. Nun bestückt sie bei der Firma Pairan im Industriegebiet Grone Platinen für Wechselrichter.

Von Michael Caspar

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