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Stadt lehnt private Investoren ab

Stockleff-Mühle Stadt lehnt private Investoren ab

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft soll die Projektentwicklung für die Stockleff-Mühle am Gelände des ehemaligen Stadtbadgeländes übernehmen. Das bestätigen Stadtsprecher Detlef Johannson und Rolf-Georg Köhler, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbau, auf Tageblatt-Anfrage.

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Unter Denkmalschutz: 1363 geht die Stockleff-Mühle erstmals in den Besitz der Stadt über. Dort bleibt sie vorerst auch.

Quelle: Hinzmann

Die Pläne, einen privaten Investor für den Umbau und Sanierung der denkmalgeschützten Mühle am Leinekanal zu gewinnen, haben sich damit offenbar zerschlagen. Leider habe keine Bewerbung den Ansprüchen genügen können, erklärt Johannson. Vier Interessenten haben bei dem seit Mitte 2010 laufenden Ausschreibungsverfahren ihre Konzepte vorgelegt. Johannson „Wir haben – und auch in dieser Prioritätenfolge – städtebauliche Einbindung und Nutzungskonzept, Architektur, Denkmalschutz und Ökologie und letztlich auch den Kaufpreis für unsere Bewertung zugrunde gelegt.“ Nach Tageblatt-Informationen soll keiner der Interessenten Geld für das Mühlengebäude und das rund 500 Quadratmeter große Grundstück geboten haben.

Bereits im Dezember hatte es ein erstes Gespräch zwischen Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) und Köhler gegeben. Eine offizielle Anfrage habe ihn jetzt im Januar erreicht, sagt Köhler. Er will seinen Aufsichtsrat in dieser Woche informieren. Die Verwaltung ihrerseits hat inzwischen die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses von den Plänen in Kenntnis gesetzt.

Wie genau das Konzept der Städtischen Wohnungsbau für die Mühle aussieht, steht noch nicht fest. Ebenso wie ein Zeitplan für Sanierung und Umbau. Zunächst, so Köhler, müsse man sich nun mit den Gegebenheiten, wie etwa den Anforderungen des Denkmalschutzes, auseinandersetzen, einen Planer finden und mit einem „noch zu entwickelnden Konzept“ auf die Suche nach einem Gastronomen gehen. Allein für die Projektentwicklung rechnet Köhler mit einem Zeitrahmen von rund sechs Monaten. Ein möglicher Baubeginn müsse dann mit der neuen Eigentümerin des benachbarten Stadtbadareals abgesprochen. Ab April will die Delta Bau aus Hannover dort mit der Bebauung beginnen. Auf dem Gelände sollen im Norden ein Geschäftshaus und ein Wohngebäudekomplex im Süden entstehen. 14 Millionen Euro will Delta Bau investieren.

Die künftige Nutzung für die Stockleff-Mühle hat die Stadt auch mit Blick auf ein zukünftig um die ehemalige Justizvollzugsanstalt am Waageplatz erweitertes städtisches Museum vorgegeben: Gastronomie soll in der Mühle Platz finden. „Eine ganztägig geöffnete Themengastronomie Museums- und Ausstellungslandschaft Göttingen“ solle eingerichtet werden, heißt es in dem Exposé zur Mühle. Danach werde „im Eingangsbereich ein Informationsbereich“ angelegt. „Hier werden durch unterschiedliche Informationsmedien das Museumsangebot und die universitären Sammlungen sowie aktuelle Ausstellungen vorgestellt.“ Damit ist die Mühle Teil des vor drei Jahren entwickelten Konzeptes zu den Göttinger Wissenshäusern.Oberstes Ziel für Köhler ist zunächst aber: „Wirtschaftlich muss es sein.“ Das schließe ausdrücklich auch die Möglichkeit ein, die sanierte Stockleff-Mühle zu einem späteren Zeitpunkt an einen Interessenten zu verkaufen.

Von Michael Brakemeier

Kommentar von Michael Brakemeier

Warum nicht? Wenn sich für die Entwicklung der Stockleff-Mühle auch nach langer Suche kein Investor finden lässt, warum sollte dann nicht eine städtische Gesellschaft, die das nötige Wissen mitbringt, das Projekt Stockleff-Mühle angehen? Die Alternativen wären, die von der Verwaltung gesteckten Anforderungen und Bedingungen an die Entwicklung der Mühle soweit zu dehnen und zu verwässern, dass diese kaum noch erkennbar wären oder starke finanzielle Einbußen mit sich brächten. Jetzt, wo sich ein Baubeginn für das neue Quartier auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbades durch den neuen Eigentümer abzeichnet, ist es zudem sinnvoll, die Sanierung und Umbau der Mühle möglichst zeitgleich in Angriff zu nehmen, um dem entstehenden, jungen Viertel eine übermäßig lange und störende Bauphase zu ersparen.

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