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Sternkino: Von innen hui, von außen pfui

Sanierung zu teuer Sternkino: Von innen hui, von außen pfui

„Es zerreißt mir das Herz, dass dieses schöne Kino abgerissen wird“, sagt Jutta Lübcke, die Eigentümerin des Sternkinos. Bereits seit neun Jahren rechne sich das 1949 eröffnete Lichtspieltheater nicht mehr.

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In einem der beiden Vorführräume des Lichtspieltheaters: An den Wänden hängen alte Kinoplakate.

Quelle: Hinzmann

Damals habe der Pächter, die Kino-Union Hamburg, aufgrund fallender Besucherzahlen die Zahlungen auf ein Drittel der ursprünglich vereinbarten Summe gekürzt. Damit sei kein Geld mehr für die Bildung von Rücklagen vorhanden gewesen. Die damalige Eigentümerin, Lübckes Mutter, habe jedoch unter keinen Umständen verkaufen wollen.

Nach Auslaufen des Pachtvertrages ist nun eine umfassende Sanierung des Gebäudes unumgänglich. Von innen ist das Kino gut in Schuss. Als die Kino-Union das Lichtspieltheater 1996 übernahm, hat sie umgerechnet 300 000 Euro in neue Stühle, in die Vorführ- und Tontechnik investiert. Lübckes statteten das Haus mit einer Gasheizung aus.

Doch zwischenzeitlich sind die Energiepreise in die Höhe geschossen. Das Gebäude ist schlecht isoliert. Das Dach besteht nur aus Dachpappe. Die Wände sind dünn. Entsprechend hoch sind die Heizkosten. Hinzu kommt, dass Feuchtigkeit in den Wänden hochsteigt. Der Putz platzt von den Wänden. Lübcke schätzt die anstehende Investition auf anderthalb bis zwei Millionen Euro.

„Das Geld haben wir nicht“, sagt die Eigentümerin. Zudem scheue sie das unternehmerische Risiko. Es sei unklar, wohin sich der Markt entwickele. Die jungen Menschen würden sich heute Filme aus dem Internet herunterladen oder DVDs ausleihen. Früher hätten es Stern und Sternchen auf 200 000 Besucher im Jahr gebracht.

Im bisher schlechtesten Jahr seien es 30 000 Besucher gewesen. In den vergangenen zwei Jahren hätten sich die Zahlen auf niedrigem Niveau erholt. Eine große Konkurrenz sei das Cinemaxx. Das Stern-Kino habe von den Verleihern nicht mehr die Kassenschlager der sogenannten A-Staffel erhalten, sondern nur B- und C-Staffel-Filme. Als Programmkino sei das Haus zu groß. Lübckes Vater, Kurt Krause, übernahm das Sterntheater 1955.

Von Michael Caspar

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