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Straffes Lernprogramm für Zwei- und Vierbeiner

Ferienkursus für Kinder und Hunde Straffes Lernprogramm für Zwei- und Vierbeiner

Hund und Kind – ein ideales Team „mit großer gegenseitiger Zuneigung“, sagt Chris Goette, Hundeerzieher und Verhaltensberater in Göttingen. Weil Kinder sich jedoch anders verhalten als Erwachsene, lauter agieren und sich viel schneller und ruckartig bewegen „kann es auch schon mal Missverständnisse geben“. Kinder müssten lernen „dem Hund gerecht zu werden“.

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Zwei Hunde, zwei Mädchen und ein Hindernis: Hannah-Lea und Mops Murmel mit Vanessa und Mischling Sparky.

Quelle: Hinzmann

Unstimmigkeiten haben Hannah-Lea und Mops Murmel nicht. Beide sind 12 – erstere in Jahren, der zweite in Monaten gerechnet. Aufs Wort gehorcht der Vierbeiner mit dem ulkig zerknautschten Gesicht während der Sommerferien beim Üben auf dem Bovender Hundeplatz von Pet’s Pleasure, der Hundeschule von Chris Goette, seiner jungen Hundeführerin. „Wir machen auch Dog-Dancing und Agility“, sagt Hannah-Lea. Murmel gehöre allerdings ihrem Bruder, „ich habe auch einen Mops, der ist aber erst 12 Wochen alt“. Die Hunderasse sei kinderleicht zu erziehen, berichtet die Zwölfjährige, „meiner kann schon Sitz und Platz“.

Mädchen und Mops gehören zu den Teilnehmern einer von Goette angeleiteten Trainingswoche für Kinder und Hunde. An fünf Vormittagen üben sieben- bis 16-Jährige den Umgang mit ihren tierischen Begleitern inklusive eines Zirkustrainings und der Fährtenarbeit. Mit eigenen und von Goettes Kunden ausgeliehenen Hunden absolvieren sie Gehorsamsübungen durch „positive Verstärkung, das bedeutet, den Hund über eine Belohnung zum richtigen Zeitpunkt zur gewünschten Handlung zu bewegen“, beschreibt der Verhaltensberater die Erziehungsmethode.

So balanciert etwa Weimaraner Kaja auf Kommando von Pia Maxine (11) über einen Hunde-Schwebebalken, um sich anschließend Lob und Leckerli abzuholen. Hund und Kind sind ein eingespieltes Team, „wir üben oft zusammen“, erzählt Maxi. Vertrautheit ist auch Matthis und Neo anzusehen. Der Spanische Wasserhund glänzt bei der Leiterübung und schließt sie sogar mit einem Männchen ab. Auch Matthis wird von seinen Eltern in die Hundeerziehung einbezogen, „am meisten Spaß macht das Trainieren aber, wenn ich Lust dazu habe“, erzählt der Neunjährige mit einem verlegenen Lächeln.

Das Belohnungsprinzip funktioniert auch bei neuen Freunden: Leonie und Lara trainieren mit der Leihhündin Maja. Behutsam lotsen die Mädchen den Golden Retriever durch eine Absperrung mit Blechbüchsen, „so soll sie lernen, sich nicht vor lauten Geräuschen zu fürchten“, erklären die jungen Hundeführerinnen den Sinn der Übung. Auch Marlin und Shelty Bobby bewältigen souverän den Parcours von Kletter-, Balance- und Vertrauensübungen, obwohl sie sich noch nicht lange kennen. Ihren eigenen Hund hat die Zwölfjährige während des Ferienkurses lieber zu Hause gelassen, „weil er noch ein bisschen zu wild ist“.

  Tipps vom Trainer
  Schon durch die Auswahl der Rasse können Eltern dazu beitragen, dass sich Hund und Kind verstehen. „Vierbeiner, die einmal zum Beschützen gedacht waren und die während ihrer ,Arbeit‘ aggressiv handeln sollen, eignen sich wahrscheinlich weniger gut für ein Leben mit Kindern“, sagt Hundeerzieher Chris Goette. Beliebte Familien-Rassen seien etwa Spaniel, Shelty, Pudel und Golden Retriever „und andere Hunde mit einem freundlichen Wesen“. Schon im Krabbelalter sollte der zweibeinige Familiennachwuchs lernen, die Bedürfnisse des Hundes zu respektieren, „dass ihn in seinem Körbchen, der Ruhezone, niemand stören oder am Fell ziehen sollte“. Einschärfen sollte man Kindern auch, dass Tobereien mit Stock oder Ball „die in eine Konkurrenzsituation abdriften können“, nur im Beisein von Erwachsenen gespielt werden sollten. Etwa vom siebten Lebensjahr an könnten Kinder in die Hundeerziehung eingebunden werden.
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