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Straßenmusik und putzen für Kinder

WOW-Day Straßenmusik und putzen für Kinder

Nein, täglich möchten sie das nicht machen: Fenster putzen, im Garten umgraben und jede Menge Mal-Unterlagen schrubben „ist ganz schön anstrengend“, sagt Paula Fischer. „Aber es macht trotzdem Spaß“, fügt ihre Freundin Theresa Wied für beide an. Sie arbeiten im Michael Kindergarten – von 8 Uhr bis 13 Uhr für 12 Euro als vorab vereinbartem Lohn.

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Musizieren für den guten Zweck: Lea Fischer, Greta Webel und Lena Wachter (v.l.).

Quelle: Heller

Ein Lohn, den die 15-jährigen Schüler der Freien Waldorfschule Göttingen aber komplett abgeben: als Spende an eine afrikanische Schule, damit arme Kinder zum Unterricht kommen können, Bücher und Schreibwaren haben oder vielleicht auch nur etwas zu essen.

„WOW-Day“ nennt sich der Aktionstag Hunderter Waldorfschulen in reichen Ländern. Unter dem Motto „Waldorf One World“ arbeiten Kinder und Jugendliche einen Tag lang, handeln dafür meist vorab vertraglich einen Lohn aus und Spenden das Geld an die Waldorfinitiative „Freunde der Erziehungskunst“. Sie verteilt das Geld an konkrete Projekte.

„Wir unterstützen eine Schule in Südafrika, damit die Kinder dort Hefte kriegen“, erklärt Charlotte Krause und putzt mit ihren Freundinnen Feline Thal und Milena Günther aus dem 7. Jahrgang im Kindergarten Bastelmaterial und Mal-Unterlagen. Milena findet die Aktion „gut, weil wir damit anderen Kindern helfen“. Dem Trio macht die Arbeit so viel Spaß, dass es „gerne noch den ganzen Tag weiter machen würden“. Andere Waldorfschüler schneiden Hecken, putzen Autos, arbeiten als Tischler oder im Antiquariat.

Lea Fischer, Greta Webel und Lena Wachter haben keinen Arbeitsvertrag, trotzdem nehmen die drei Siebtklässler in eineinhalb Stunden 82 Euro für die WOW-Aktion ein: Sie machen Musik in der Göttinger Fußgängerzone. Lea und Greta spielen Geige, Lena hilft beim Standortwechsel und spricht mit neugierigen Passanten. „Nur am Anfang war es ein bisschen komisch“, sagt Lea. Dann war es aber „mehr Vergnügen als Arbeit“. Für den guten Zweck würde sie so etwas auch gerne öfters machen.

Seit 1994 gibt es den „WOW-Day“. Seitdem hätten die Waldorfschulen in ganz Europa etwa 1,5 Millionen Euro für Kinder in armen Ländern gespendet, sagt Bernhard Quistorp aus der Leitung der Göttinger Waldorfschule.

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