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"Die Integration funktioniert"

Streit um Verkauf des ehemaligen Forstamtes Herberhausen "Die Integration funktioniert"

Das ehemalige Forstamt in Herberhausen soll dauerhaft als Unterkunft für geflüchtete Menschen genutzt werden. Einen entsprechenden Antrag aller Fraktionen an die Stadtverwaltung hat der Ortsrat in dieser Woche gestellt und verabschiedet. Die Stadtverwaltung hält aber an einem Verkauf des Hauses fest.

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Das ehemalige Forstamt in Herberhausen soll dauerhaft als Unterkunft für geflüchtete Menschen genutzt werden. (Archivbild)

Quelle: Hinzmann

Herberhausen. "Die beiden Familien haben hier Fuß gefasst und gehören einfach nach Herberhausen", sagt Andrea Gruttke-Henze, die sich ehrenamtlich um die Geflüchteten kümmert. Zwei Familien aus Syrien und Afghanistan mit zusammen elf Personen wohnen derzeit im ehemaligen Forstamt. Kinder der Familien besuchen die Grundschule und den Hort im Ort. 

"Die Integration funktioniert", fasst der Antrag die inzwischen mehr als einjährige Integrationsarbeit mit ihren Projekten zusammen. Probleme wie in großen Unterkünften seien in Herberhausen nicht erkennbar. Eine "hervorragende Arbeit" bescheinigt dann auch Verwaltungssprecherin Stefanie Ahlborn den Ehrenamtlichen. Diese Hilfe, argumentieren nun die Ortspolitiker, funktioniere nur vor Ort.

Das Problem: "Um in dem Gebäude eine dauerhafte Nutzung als Unterkunft für Asylbewerberfamilien zu ermöglichen, müssten sehr umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden", sagt Ahlborn. Zudem hält die Verwaltung an dem Plan fest, das denkmalgeschützte Haus mit dem 5500 Quadratmeter großen Grundstück im nächsten Jahr zu verkaufen. Derzeit liefen die Vorbereitungen für Bodenuntersuchungen, sagt Ahlborn. Es werde untersucht, ob auf dem Grundstück eine weitere Bebauung grundsätzlich möglich ist. Für diese müsste auch der Bebauungsplanes geändert werden.

Nach Ahlborns Auskunft hat die Verwaltung inzwischen aber zugesagt, "dass die Flüchtlingsfamilien bis zum tatsächlichen Verkauf des Forsthauses, dort wohnen bleiben können". Sollten in Herberhausen keine Wohnungen gefunden werden, würden den Familien in anderen städtischen Unterkünfte, etwa an der Europaallee, Wohnungen angeboten.

"Wohnungen für die Familien im Ort zu finden, erweist sich als schwierig", sagt Ortsbürgermeisterin Ingrid Möhring (SPD). Auch Gruttke-Henze hat versucht, die Familien anderweitig in Herberhausen unterzubringen. "Leider scheitert das häufig an der Wohnungsgröße, der Bereitschaft der Vermieter und dem Preis", schreibt sie in einem Brief an Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD). Vermieter müssten sich vor nichts fürchten, sagt Möhring. Schon gar nicht vor den Menschen, und die Mietzahlung seien durch die Stadtverwaltung garantiert.

Die Parteien im Ortsrat kündigen an, dass die Herberhäuser "ihr Engagement über das Jahr 2017 hinaus fortsetzen" wollen und "somit weiter einen wichtigen Beitrag zu erfolgreicher Integration leisteten. "Ich wäre Ihnen daher sehr dankbar, wenn Sie für die Flüchtlinge und das Forstamt eine längerfristige Perspektive finden", schreibt Gruttke-Henze an Köhler.

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