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Studierende blockieren Hörsaalgebäude

Bildungsstreik Studierende blockieren Hörsaalgebäude

Gestern morgen haben rund 50 Bildungsstreikende mit Bauzäunen, Fahrradschlössern und einem Sofa sämtliche Eingänge zum Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) der Göttinger Uni blockiert.

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Am Eingang zum ZHG: Protestwillige auf dem Sofa, Lernwillige auf der Bank.

Quelle: Mischke

„Mit der Aktion wollen wir insbesondere diejenigen Studierenden erreichen, die sich sonst nicht am Bildungsstreik beteiligen“, erklärte ein Sprecher. „Wegen der Wichtigkeit des ZHG bekommen wir hier besonders große Aufmerksamkeit.“

Zwar seien nicht alle Studierenden mit der Blockade einverstanden, Kritiker bewege man aber immerhin dazu, sich mit den Forderungen des Bildungsstreiks auseinanderzusetzen. Die Forderungen waren auf Flugblättern zu lesen, die an Ankommende verteilt wurden. Von der Abschaffung der Studiengebühren und Nachbesserungen in den Bachelor-Studiengängen ist dort unter anderem die Rede, aber auch von Verbesserung der „prekären Bedingungen“, unter denen viele Universitätsangestellte arbeiten würden. Passend zur Aktion hingen Transparente an den Eingängen des ZHG. Einer der Leitsprüche des Bildungsstreiks war auf einem zu lesen: „Wir blockieren, weil unsere Bildung blockiert wird“.

Die Aktion dauerte etwa von 6 bis 14 Uhr und verlief friedlich. In dieser Zeit fielen alle Vorlesungen im ZHG aus. Die Universitätsleitung verzichtete darauf, Maßnahmen gegen die Blockade zu ergreifen.

Das Erdgeschoss des Verfügungsgebäudes (VG) halten die Streikenden weiterhin besetzt (Tageblatt berichtete). Bernd Ebeling, Pressesprecher der Universität, erklärte auf Anfrage, dass die zeitweilige Blockade des ZHG vorerst nichts an der Haltung der Universitätsleitung zum besetzten VG ändere. Die Besetzung werde weiterhin toleriert. Weiter betonte Ebeling, dass die Universität bereits Gespräche mit studentischen Vertretern über die geforderten Verbesserungen der Bachelor- und Master-Studiengänge führe. Auch werde es studiengangsspezifische Informationsveranstaltungen geben, in denen Studierende ihre konkreten Probleme vorbringen könnten.


Besetzungen an weiteren Unis

In Niedersachsen werden derzeit auch in Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück Hochschulräume durch Bildungsstreikende besetzt. Unterdessen sprach sich die Göttinger Landtagsabgeordnete der SPD, Gabriele Andretta, für einen „Bund-Länder-Pakt für gute Lehre“ aus. Die Qualität der Lehre an den Hochschulen müsse verbessert und das „Schwarze-Peter-Spiel auf dem Rücken der Studierenden“ beendet werden. Laut Andretta wiesen sich Universitäten und Länder gegenseitig die Schuld für die Probleme an den Hochschulen zu.

Von Christian Röther

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