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Weiterhin eingeschränkter Zugverkehr

Sturmfolgen Weiterhin eingeschränkter Zugverkehr

Der Bahnverkehr in Niedersachsen ist am Donnerstag wegen des Sturms komplett eingestellt worden. Viele Reisende strandeten in Göttingen. Auch am Freitagmorgen kommt es zu erheblichen Einschränkungen beim Zugverkehr, vor allem der Fernverkehr ist betroffen.

 

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Der Sturm hat den Bahnverkehr in Niedersachsen lahmgelegt. Auch am Bahnhof Göttingen geht nichts mehr.
 

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen/Northeim.  Sturm Xavier zog am Donnerstag durch Norddeutschland. Das hatte zur Folge, dass sowohl die Deutsche Bahn als auch der Metronom den Betrieb in ganz Niedersachsen eingestellt haben. Mittlerweile verkehrt der Metronom wieder, wenn auch mit Verspätungen. Gleiches gilt für den Fernverkehr der Deutschen Bahn. Im Bahnhof sind immer noch lange Schlangen vor den Informations-Schaltern.

Das Unternehmen Metronom hatte am Nachmittag den Betrieb eingestellt. „Alle Züge, die unterwegs sind, versuchen, den nächsten Bahnhof anzufahren“, sagte Sprecher Björn Pamperin am Mittag. Die Züge der Deutschen Bahn ab Göttingen hatten zunächst massive Verspätungen durch „Unwetter“, so die Bahn. Dann stellte auch sie den Verkehr im ganzen Bundesland ein. Wann die Bahn den Betreib wieder aufnimmt, sei noch völlig offen und hänge von der Entwicklung der Wetterlage ab. Gleiches, so Pamperin, gelte für den Metronom. Die Nordwestbahn gab gegen 16.30 Uhr bekannt, dass sie einen Ersatzbus auf der Strecke Göttingen-Ottbergen eingesetzt habe.

Die Göttinger Funk-Taxi-Zentrale hatte alle Hände voll tun, verzweifelte Bahnkunden versuchten auch mit dem Taxi weiter zu kommen. Bei den Autovermietern war telefonisch kein Durchkommen.

Fahrgäste wie Julia Winter, die aus Berlin kam und mit dem Metronom weiter nach Einbeck reisen wollte, mussten improvisieren und Geduld haben. Winter kritisierte die mangelnden Informationen. Es sei nur mitgeteilt worden, dass der Metronom ausfällt, weitere Durchsagen habe es am Bahnhof nicht gegeben. Am Informationsschalter habe es kein Durchkommen gegeben. Winter erzählt, dass einige Mitreisende noch schnell auf den Fernbus umgestiegen seien. Sie selbst hat sich noch eine Mitfahrgelegenheit mit dem Auto nach Einbeck organisiert.

In Göttingen Gestandet

In Göttingen Gestandet: Alina Wirschke und Tino Müller aus Kiel

Quelle: Pauline Noll

Alina Wirschke und Tino Müller aus Kiel waren gerade auf dem Rückweg aus dem Urlaub. Sie wollten von Frankfurt aus mit einem ICE nach Hause fahren. In Kassel, so erzählt das Paar, mussten sie den Zug verlassen. „Es hieß, es geht nicht weiter“, so Müller. Dann ging es doch weiter – aber nur bis Göttingen. Dann wieder eingestiegen, dann doch wieder alle aussteigen. Nun sind sie in Göttingen gestrandet.

Asghar

Asghar

Quelle: Pauline Noll

Janan Ali Asghar, der nach Bad Gandersheim weiter fahren wollte, ärgerte sich: „Wir warten seit zwei Stunden hier am Bahnhof, aber es tut sich nichts. Es gibt keine Infos, wir würden gerne wissen ob es einen Schienenersatzverkehr geben wird“, sagte er

Thordis Ullrich, Studentin aus Göttingen, wollte

Ullrich

Ullrich

Quelle: Pauline Noll

eigentlich ihre Eltern in Stade besuchen. „Die deutsche Bahn kann da ja auch nichts für, ich warte lieber, als dass jemand aufgrund des Unwetters zu schaden kommt.“ Aber dass es keinerlei Infos gab, ärgerte auch sie. Weder vor Ort noch im Internet lasse sich herausfinden ob überhaupt noch ein Zug fahre. „Ansonsten könnte ich einfach wieder nach hause gehen und morgen fahren“, so die Studentin.

„Wir kommen aus dem Kurzurlaub, wollten von Freiburg nach Cuxhaven“, sagte Sabine Daumann. „Eigentlich wollten wir mit dem Auto fahren, dachten uns dann aber, dass Zug bequemer ist. Jetzt stehen wir hier.“ Für das Sturmtief könne die Bahn natürlich nichts, aber der Service am Bahnhof müsse deutlich besser sein, findet sie. Beispielsweise die Toiletten sollten kostenfrei geöffnet sein. Am Servicepoint erhielt sie die Information, dass von der Bahn noch keine Hotelzimmer gestellt würden, alle Mietwagen bei Sixt und Europcar aber ausgebucht seien.

Moritz, der auf dem Weg von Eisenach nach Hamburg in Göttingen strandete, meinte: „Die deutsche Bahn sollte sich mal darum kümmern, die Bäume an der Strecke so zurückzuschneiden, damit bei Unwetter keine Gefahr mehr herrscht.“ Auch er kritisierte die mangelnden Informationen.

Metronom meldete gegen 17.45 Ihr, dass auf allen Strecken Erkundungsfahrten laufen um die Schäden an den Gleisanlagen und Oberleitungen zu prüfen. „Nach bisherigen Erkenntnissen sind auf den Strecken durch den Sturm sehr viele Bäume auf die Gleise oder Oberleitungen gefallen“, teile Pamperin mit. Bis mindestens 20 Uhr werde es keine Zugfahrten auf den Strecken des Metronom geben. Er kündigte auch an, dass alle Fahrgäste, die ihre Fahrkarte sturmbedingt nicht nutzen konnten,am Freitag ihre Kartennutzen können. „Die Tickets werden für die ausgestellte Strecke zur Fahrt vollständig anerkannt“.

Am Abend rückten rund 40 Helfer der Kreisbereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes Göttingen-Northeim zum Bahnhof aus. Sie versorgten die Gestrandeten mit Getränken, Nudeln und Babynahrung. „Wir stellen uns darauf ein, dass wir die Menschen hier auch über Nacht betreuen“, sagte Frank Beckmann vom DRK. Bis zu 500 Fahrgäste müssen, wenn die Bahnstrecke nicht wieder freigeben wird, in Zelten und einem Zug, einem so genannten „Hotelzug“ übernachten.

Sowohl die Deutsche Bahn als auch das Unternehmen Metronom gaben am Abend bekannt, den Bahnverkehr bis Betriebsschluss einzustellen.

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Sturm Xavier: Reisende stranden am Bahnhof Göttingen

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Im Landkreis Göttingen war es darüber hinaus vergleichsweise ruhig , etwa fünf Bäume krachten auf Straßen und mussten von den Feuerwehren beseitigt werden – unter anderem in Gieboldehausen, Eberhausen, und Ebergötzen. Im Landkreis Northeim gab es sechs Sturmschäden, zwei weitere im Bereich Osterode: Wie die Northeimer Polizei mitteilt, war unter anderem auf die Einbecker Straße in Hollenstedt ein Baum gekracht, die Feuerwehr war ausgerückt, um den Schaden zu beseitigen. Wegen einer Überschwemmung musste die K 421 von Hillerse in Fahrtrichtung Sudheim einseitig gesperrt werden. In Moringen wurde ein Dixi-Klo auf die Fahrbahn geweht, es konnte laut Polizei „von dort wieder entfernt werden“.

Der Deutsche Wetterdienst warnte noch bis Freitag vor Sturmböen und Starkregen. Von Westen her lasse der Wind am Donnerstag aber wieder nach. In der Nacht zum Freitag soll es vor allem im Norden Niedersachsens stürmisch bleiben.

Von Britta Bielefeld und Pauline Noll

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