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„Friederike“ wütet in und um Göttingen

Sturmtief „Friederike“ wütet in und um Göttingen

Das Sturmtief „Friederike“ ist am Donnerstag über die Region hinweggezogen. Die Feuerwehren in Südniedersachsen waren im Dauereinsatz. Zahlreiche Bäume stürzten um, viele Straßen waren zeitweilig gesperrt. Dörfer an der Weser, in Gleichen und der Oberharz waren abgeschnitten. Verletzte waren nicht zu beklagen, doch die Schäden sind umfangreich.

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Umgestürzte Fichte am Rosdorfer Weg, Höhe Asklepios Klinik. Der Radweg ist blockiert.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Orkanböen gewarnt.

Leitstelle: 1200 Anrufe

Feuerprobe für die neue Rettungsleitstelle von Stadt und Landkreis Göttingen: Während der Sturm über die Region tobte, gingen 1200 Anrufe dort ein. „Wir sind unter Volllast gefahren und hatten alle acht Plätze besetzt“, sagt Frank Gloth von der Göttinger Berufsfeuerwehr. Dennoch konnte nicht vermieden werden, dass sich bis zu zwölf Anrufer in der Warteschleife stauten. Diese Zahl der Anrufer: „Das war schon Wahnsinn“, so Gloth.

Hier sehen Sie, wo „Friederike“ in der Region gewütet hat:

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Schäden in Stadt und Landkreis Göttingen

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55 Einsätze im Stadtgebiet Göttingen

Mehr als 55 Einsätze haben die Feuerwehren allein im Gebiet der Stadt Göttingen absolviert. Wie Frank Gloth von der Berufsfeuerwehr mitteilte, wurden sämtliche Ortsfeuerwehren alarmiert, in vielen Stadtteilen waren die Sirenen zu hören. Glück im Unglück hatte ein Autofahrerin auf dem Gelände des Universitätsklinikums. Als sie vom Gelände fahren wollte krachte ein Baum auf ihr Fahrzeug. „Sie blieb unverletzt“, so Gloth. Im Grünen Weg krachte ein Baum auf ein Haus, am Holtenser Berg wurde ein VW-Bus getroffen. Bäume, so Gloth, seinen insgesamt „massenhaft“ umgebrochen, sie machten den Großteil der Einsätze aus.

So sieht es aus, wenn die Feuerwehr einen umgestürzten Baum zerlegt, wie hier in der Merkelstraße in Göttingen:

800 Reisende gestrandet

Am Nachmittag ist der komplette Bahnverkehr eingestellt worden, für mehr als 1000 Bahnreisende war in Göttingen zwangsweise vorläufig Endstation. Wer irgendwie konnte, organisierte sich ein Taxi oder ein Hotelzimmer. Doch die waren schnell ausgebucht. Die Bahn stellte drei so genannte Hotelzüge zur Verfügung, in denen die Menschen die Nacht verbringen konnten. Helfer der Rettungsdienste aus Stadt und Landkreis versorgten am Abend dann 800 Gestrandete. Gegen 19 Uhr war die Situation am Göttinger Bahnhof relativ entspannt. Sandra aus Landau und Tanja aus München berichteten: „Seit 14 Uhr hängen wir hier fest. Jetzt übernachten wir hier.“ Die Mitarbeiter der Bahn seien sehr nett. Auch der 20-jährige Niklas Rotsch aus Marburg sieht die Sache positiv. Der Student wollte nach Flensburg. „Seit 13 Uhr bin ich in Göttingen“, sagt er. Nun schlafe er im Hotelzug. „Ich will aber um 3.50 Uhr mit dem Flixbus weiterfahren, da bin ich schneller.“ Auch Jana Kübel aus Karlsruhe nimmt es gelassen. „Ich bin seit 12 Uhr hier am Göttinger Bahnhof“, sagt sie.

„Friederikes“ Spuren in Duderstadt

Sturm Friederike hat auch im Eichsfeld Spuren hinterlassen. Teile der Innenstadt von Duderstadt sind wegen der Gefahr herabfallender Ziegel abgesperrt. So waren unter anderem auch die St.-Servatius-Kirche und die Westeröder Kirchendächer betroffen. Zahlreiche Bäume wurden vom Wind umgeknickt oder entwurzelt. Zum Teil stürzten sie auf Autos oder Gebäude. Bei Hilkerode fiel ein Baum auf die Freilandleitung. Die Bundesstraße 446 zwischen Holzerode und Ebergötzen blieb auch am Abend noch gesperrt, berichtete Hermann Niesen, Einsatzdienstleister der Duderstädter Polizei. Auch zwischen Landolfshausen und Mackenrode blieb die Straße gesperrt. In Gieboldehausen habe es auch in mehreren Straßen umgefallene Bäume gegeben. 90 Feuerwehrleute aus acht Duderstädter Ortswehren fuhren zu 35 Einsätzen. Stadtbrandmeister Kai Walter erklärte, dass nach der ersten Alarmierung die Kreisleitstelle nicht mehr zu erreichen gewesen sei. Auch das Team des Bauhofs war im Einsatz. 14 Mitarbeiter halfen bei 25 Einsätzen aus. Im Bauhof der Stadt wurden mehrere Krisensitzungen abgehalten.

Sturm im Mittelgebirge

Der Oberharz ist wegen der Auswirkungen von Orkantief „Friederike“ seit Donnerstagnachmittag weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen zahlreicher umgekippter Bäume seien alle Zufahrtsstraßen gesperrt worden, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung Goslar. Auch viele andere Straßen im Kreisgebiet seien unpassierbar. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Lage als chaotisch. Es stürzten nach wie vor in großer Zahl Bäume auf die Fahrbahnen. Trotz zahlreicher Verkehrsunfälle sei bisher niemand verletzt worden.

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Aktuelle Informationen zum Sturm finden Sie in unserem Liveblog.

Von Peter Krüger-Lenz, Britta Bielefeld und Rüdiger Franke

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