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Alkohol- und Cannabisprobleme am häufigsten

Suchthilfe in Göttingen Alkohol- und Cannabisprobleme am häufigsten

Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonieverbands Göttingen hat ihren Jahresbericht für 2016 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Zahl der Menschen, die bei der Fachstelle im vergangenen Jahr Hilfe suchten, leicht zurückgegangen ist. Die Zukunft hält neue Herausforderungen bereit.

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Quelle: Polizei-Beratung.de

Göttingen. 1219 Menschen, 30 weniger als im Jahr zuvor, haben 2016 die Hilfs- und Beratungsangebote der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Göttingen in Anspruch genommen. Damit sei die Zahl der Klienten recht stabil geblieben, teilt Markus Lingemann vom Drogenberatungszentrum Göttingen (Drobz) mit. Wie aus dem Bericht hervorgeht, waren die meisten Hilfesuchenden Alkoholabhängige oder -abhängigkeitsgefährdete, gefolgt von Abhängigen illegaler Drogen. Der Schwerpunkt der Arbeit liege im Drobz mit 64 Prozent weiterhin auf der Cannabissucht, sagt Lingemann. In der auf legale Drogen spezialisierten Beratungs- und Behandlungsstelle in der Schillerstraße suchten die meisten Klienten wegen Alkohol- oder Spielsucht nach Hilfe. Ebenfalls zur Fachstelle für Sucht und Suchtprävention gehört die Beratungs- und Behandlungsstelle Hann. Münden. Auch hier waren Alkohol und Cannabis 2016 unter den Klienten die am meisten konsumierten Drogen.

Was die Arbeit des Drobz betrifft, ist Lingemann zufrieden: "Wir erbringen gute Leistungen. Das ist ein recht hohes Niveau für zwei Kräfte." Allerdings werde die Arbeit durch finanzielle Engpässe erschwert. "Wir hatten schon Einsparungen aus finanzieller Not", erzählt der Sozialpädagoge. Aus diesem Grund sei bereits eine Stelle wegrationalisiert worden. Das Drobz wird unter anderem vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie der Stadt und dem Landkreis Göttingen finanziert.

Als zusätzliche Erschwernis käme noch hinzu, dass das Beratungszentrum seine Räumlichkeiten in der Mauerstraße bald aufgeben müsse, da der Vermieter den Vertrag gekündigt habe. Der Ort sei aufgrund seiner Innenhof- und zugleich zentralen Innenstadtlage "wie gemacht für uns" gewesen, sagt Lingemann. Zwar habe man bereits im Haus der Mariengemeinde ein neues Büro gefunden. "Doch das alles kostet wieder viel Geld und Aufwand", so Lingemann.

Trotz mancher widriger Umstände sei die Arbeit des Drobz aber durchaus erfolgreich. "Ich denke, die Menschen fühlen sich wohl bei uns", erklärt der Sozialpädagoge. "Sie merken, dass das Gegenüber sie als Mensch wahrnimmt und Interesse zeigt." Nicht selten geschehe es, dass Lingemann in der Fußgängerzone ehemaligen Klienten begegne, die ihre Sucht erfolgreich überwunden haben und mittlerweile ein geregeltes Leben führen. "Das ist natürlich ein sehr gutes Gefühl."

Eine positive gesellschaftliche Entwicklung sei, dass Süchtige heutzutage nicht mehr so stark stigmatisiert werden, wie noch vor einigen Jahren, meint Lingemann. Allerdings gebe es auch weiterhin Probleme und Herausforderungen. So seien das Iduna-Zentrum am Maschmühlenweg ebenso wie das Hochhaus an der Groner Landstraße 9 nach wie vor Drogenbrennpunkte in Göttingen. "Wer dort als Süchtiger wohnt, hat es besonders schwer, abstinent zu bleiben", sagt Lingemann. Zudem lasse sich der Trend beobachten, dass zunehmend Menschen aus geordneten Verhältnissen der Sucht verfallen: Schüler, Studenten, Berufstätige. Es seien deutlich mehr Studenten als früher, die das Drobz aufsuchten, erzählt Lingemann. Neben Cannabis werde von dieser Zielgruppe immer häufiger zu aufputschenden und leistungssteigernden Drogen wie Amphetaminen gegriffen. Eine weitere große Herausforderung für die Zukunft stelle der Zuzug von Flüchtlingen dar, erklärt der Sozialpädagoge. "Viele kennen die Gefahren von Drogen gar nicht", sagt Lingemann. Einige würden auch aus Angst vor Abschiebung ihre Sucht leugnen. "Bislang spielen Flüchtlinge aber kaum eine Rolle bei uns." Darum werde der Schwerpunkt bei der Arbeit mit Flüchtlingen zunächst auf dem Aufbau von Präventions- und Aufklärungsprogrammen liegen, erklärt Lingemann.   mze

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