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Suppenküche und Bratwurstgrill

Ich-AG: Tristan Wagner Suppenküche und Bratwurstgrill

Als ihn ein Unfall aus dem Berufsleben als Kraftfahrer riss, gründete Tristan Wagner vor fünf Jahren eine Ich-AG. Aus der „Tingelei mit Suppen“ auf regionalen Wochenmärkten wurde eine Imbisskette mit festen Standorten, in die mittlerweile auch Sohn André eingestiegen ist. 

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Von der Ich-AG zur kleinen Imbiss-Kette: Tristan Wagner und sein Sohn André bewirten Kunden an drei Standorten.

Quelle: Vetter

An eine rollende Gulaschkanone erinnert der Stand an der Ecke Göttinger Straße/Feldtorweg in Bovenden nicht mehr. Es ist 12.30 Uhr, und die Schlange wartender Kunden am Tresen von Wagners Imbiss wird immer länger. Unter dem vorgebauten Partyzelt sind fast alle Steh- und Sitzplätze belegt. Männer in orangefarbenen Warnwesten, ein älteres Ehepaar, junge Männer in Jeans und einige Anzugträger geben bei Sabine Wiesner und Irena Miller ihre Bestellungen auf. „Brat- und Currywurst und Suppen werden am meisten nachgefragt“, sagt Firmengründer Tristan Wagner.

Das stimmt auch an diesem Tag mit dem Kundengeschmack überein: „Die Bratwurst schmeckt hier besonders gut“, erklärt Peter, warum er eine solche gerade verspeist hat. Mit drei Kollegen steht er am Tisch. Alle sind bei einer regionalen Firma auf der Autobahnbaustelle beschäftigt. Sie kämen „fast täglich“ in der Mittagspause zu Wagners, sagt Kraftfahrer Detlef, „wenn es passt“, ergänzt Bauarbeiter Michael. Bratwurst und Kaffee hat auch Rainer gerade zu sich genommen. Die Frage, ob ihm dieses Mittagessen genug Energie für  die schwere Arbeit auf der A 7 liefere, beantwortet er augenzwinkernd: „Mit den Schnitten von zu Hause reicht die Bratwurst.“ 

Viele Stammkunden

Als die Arbeiter ihren Stehtisch verlassen, rücken die nächsten Kunden nach. Ein Logo auf ihrer Arbeitskleidung weist sie als Forstmitarbeiter aus. „Das sind auch Stammkunden“, erklärt Tristan Wagner mit Blick auf die drei Männer. Zumindest vier Wochen lang gehörten dazu auch Mario Peter und René Wagner, beide  im Bereich der Autobahn-Baustelle mit Brückenabriss-Arbeiten beschäftigt. Beinahe täglich haben sie mittags in Bovenden gegessen, „oft Linseneintopf, aber auch Curry- und Bratwurst“, sagt Wagner. Beide hat es auf Montage nach Südniedersachsen verschlagen, „heute ist der letzte Tag“, sagt Peter beim Aufbruch. Es geht zurück nach Altenburg. An seiner Hand baumelt eine Plastiktüte: Wagner-Essen zum Mitnehmen. „Das ist Feuertopf für einen Kollegen.“ 

Wagner Senior steht nur noch selten am Grill, „meine Aufgabenbereiche sind vor allem der Einkauf, die Sauberkeit an den Standorten und die Personalbetreuung“, berichtet der 52-Jährige. Suppen aber kocht er immer noch – gemeinsam mit Lebensgefährtin Irena Miller. Sohn André unterstützt ihn beim Kauf der Lebensmittel und kümmert sich als ausgebildeter Betriebswirt um die Buchhaltung. „Dabei macht der Kundenkontakt wirklich Spaß, ich habe auch schon hinter dem Tresen gestanden“, sagt der 29-Jährige. 

Auch wenn längst nicht alle Kunden freundlich sind, „die meisten zwar schon, manche bringen sogar Blumen mit. Aber es gibt auch welche, da weiß man genau: unbedingt gut zuhören und bloß nicht nachfragen“, erzählt Sabine Wiesner, die seit vier Jahren für Wagners hinter dem Tresen steht. Ins Detail geht die dienstälteste Imbissmitarbeiterin nicht – Diskretion ist alles.

Standorte geschlossen

Zwei weitere Standorte in Northeim und Osterode bewirtschaften die Wagners zurzeit neben der Bovender Keimzelle. Dabei waren es vor einiger Zeit sogar noch sechs. „Aber wir mussten drei schließen“, sagt Tristan Wagner bedauernd. „Das hängt mit der Konjunktur zusammen. Seit Oktober geht es steil runter.“ Die Umsätze seien stark zurückgegangen, „wie in der gesamten Gastronomie“, weiß Sohn André. Seit Januar hätten die Einbußen rund ein Drittel betragen. Auch als Imbiss-Betreiber sei überdeutlich zu spüren, „dass die Leute das Geld mehr beisammen halten“.

Von Katharina Klocke

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