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System schwarzer Kassen bei der Awo Northeim

Schwarzgeld System schwarzer Kassen bei der Awo Northeim

Über fast zwei Jahrzehnte muss es beim Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Northeim ein System schwarzer Kassen gegeben haben. Mindestens zwei Sparbücher bei verschiedenen Banken wurden geführt, die in den Büchern offiziell nie ausgewiesen wurden und die in jedem Revisionsbericht seit Anfang der 90er-Jahre fehlen.

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Northeim. Aufgedeckt hat das Axel Endlein, der stellvertretende Vorsitzende der Awo Northeim, früherer Northeimer Landrat und langjähriger SPD-Landtagsabgeordneter. Endlein forstet derzeit die Bücher seit 1995 durch, um Unregelmäßigkeiten zu finden.

Axel Endlein

Axel Endlein

Wie ein Eingeständnis wirkt da das Verhalten des bisherigen Kreisvorsitzenden Rolf H., der inzwischen von seinem Amt zurückgetreten ist und bereits vor ein paar Tagen den Betrag von 19 895 Euro auf ein Awo-Konto überwiesen hat – jene Summe, die eines dieser geheimen Sparbücher zuletzt aufwies. Am Mittwoch, so Rolf H., habe er auch den zweiten von der Awo angeforderten Betrag in Höhe von 4670 Euro geschickt. So viel soll eine zweite schwarze Kasse beeinhaltet haben.

Ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen Rolf H., so die Staatsanwaltschaft Göttingen, ist bisher nicht eingeleitet worden. Offenbar zögert der Kreisverband mit einer Anzeige, ehe er nicht alle Bücher geprüft hat. Das wird erschwert, weil H. das Schwarzgeld-System möglicherweise bereits übernommen hat. Die Sparbücher existierten schon vor seiner Amtszeit. H. hatte seit 1999 den Vorsitz inne.

Fazit: Das Geld fehlte

Hinweise auf Geld, das nicht durch die Bücher ging, gibt es aber schon seit Mitte der 90er. Dass H.s Ehefrau seit 1979 als Geschäftsführerin tätig war, könnte eine Rolle spielen, H. bestreitet das aber.

Aufgeflogen ist alles durch einen Einbruch in die Geschäftsstelle am Entenmarkt in Northeim. Der liegt allerdings schon fast 18 Jahre zurück. Damals waren mehrere Sparbücher als gestohlen angegeben worden – Bücher, die nie in den Revisionsberichten des Kreisverbandes angegeben waren.

Endlein, der erst 2008 in den Vorstand eintrat, hatte in den vergangenen Monaten alte Awo-Akten gesichtet und die Strafanzeige aus 1995 mit den Geschäftsberichten abgeglichen. Fazit: Das Geld fehlte. Zwei Banken haben aber bestätigt, dass es Sparbücher gab.
Der zurückgetretene Vorsitzende erklärte auf Tageblatt-Anfrage, es habe sich lediglich um „Rücklagen“ gehandelt.

Er habe sämtliche Beträge inzwischen ausgeglichen. Sein Rücktritt habe gesundheitliche Gründe – die allerdings auch ausgelöst worden seien durch das Misstrauen gegen ihn.

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