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Tag des Einbruchschutzes bei der Polizei

Göttingen Tag des Einbruchschutzes bei der Polizei

Am Tag des Einbruchschutzes hat die Polizeiinspektion Göttin­gen in ihrem Dienstgebäude in Weende eine Präventions­veran­staltung angeboten. Polizeibeamte und Kooperations­partner aus Fachfirmen informier­ten, wie Haus und Wohnung besser gegen ungebetene Gäste absichert werden können.

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Mehr als 17 Minuten unter hohem Kraftaufwand hat der „Einbrecher“ benötigt, um das Fenster der Widerstandsklasse II aufzubrechen.

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. „Der Tag des Einbruchschutzes findet immer am Sonntag der Zeitumstellung statt“, sagte Oberkommissar Marko Otte. Das Motto laute „Eine Stunde mehr Zeit für Sicherheit“, erläuterte der Beauftragte für Kriminalprävention die Terminwahl. Gerade in der dunklen Jahreszeit nehme die Zahl der Wohnungseinbrüche zu, denn die Einbrecher könnten leichter überprüfen, ob jemand zu Hause ist. November und Dezember seien die absolute Hochzeit der Einbrüche am Tag. „Täter sammeln vor Ort möglichst viele Hinweise, ob jemand zu Hause sein könnte“, berichtete Otte. Dazu zählten brennende Lampen, dauerhaft heruntergelassene Jalousien oder auch offene Garagen und Carports, in denen kein Auto steht. Je mehr Anzeichen es gebe, desto lu­krativer erscheine ein Einbruch.

Einschneidendes Erlebnis im Leben des Opfers

Ein Einbruch sei ein einschneidendes Erlebnis im Leben der Opfer, erklärte Otte. Es gebe verschiedene Arten von Schäden. „Da ist zunächst einmal zum Beispiel die zerstörte Terrassentür“, sagte er. Das sei aber eher ein kleines Problem, da diese von der Versicherung ersetzt werde. Schlimmer sei der Verlust, der durch den Diebstahl entstehe, denn meist fordere die Versicherung einen Besitznachweis. Deshalb sei zu empfehlen, sich irgendwann eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, und eine Liste an Gegenständen anzulegen. Aber auch das sei meist zu verschmerzen, auch wenn es um ideelle Werte gehe. „Der größte Schaden entsteht dadurch, dass das Sicherheitsgefühl verloren geht“, sagte Otte. Denn eigentlich solle die eigene Wohnung und das eigene Haus Sicherheit bieten. Doch der Täter sei oftmals sogar in die Intimsphäre vorgedrungen, habe vielleicht auf dem Bett im Schlafzimmer die Sachen sortiert und den Kopfkissenbezug zum Abtransport genutzt.

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Am „Tag des Einbruchschutzes“, der unter dem Motto „Eine Stunde mehr Zeit für Sicherheit“ immer am Sonntag der Zeitumstellung begangen wird, hat die Polizeiinspektion eine Präventionsveranstaltung zum Thema angeboten.

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78 Prozent der Einbrecher hebeln Fenster auf

78 Prozent aller Einbrüche würden durch das Aufhebeln von Fenstern erfolgen, erklärte Otte, meist im rückwärtigen Bereich des Hauses. Nur etwa sieben Prozent würden die Scheibe einschlagen, um Fenster oder Terrassentür zu entriegeln. Es gebe viel, was getan werden könne, um die Sicherheit zu erhöhen. „Das fängt bei der Liste an und hört beim Einbruchschutz noch lange nicht auf“, sagt er, denn: „Die Schwachstelle Mensch bleibt.“ Vor allem sei wichtig, keine Schlüssel im Freien zu verstecken. „Die Einbrecher kennen alle Verstecke.“ Die Polizei werde in den kommenden Monaten ihre Präventionsstreifen verstärken, ergänzt Jacqueline Emmermann, Koordinatorin des Präventionsteams. „Wir werden in ausgewählten Orten mehr Präsenz zeigen und auch schauen, wo Schwachstellen sein könnten“, sagte sie. Die uniformierten Beamten würden dazu zusätzlich gelbe Warnwesten tragen. „Unser Ziel ist, die Menschen zu sensibilisieren.“

Außer der Polizei und dem Weißen Ring als Verein, der Opfer von Kriminalität und Gewalt hilft, informierten am Sonntag vom Landeskriminalamt zugelassene Firmen über Alarmsysteme sowie Einbruchschutz an Türen und Fenstern.

Zehn goldene Regeln

Das Landeskriminalamt Niedersachsen gibt unter dem Titel „Gemeinsam für sicheres Wohnen – 10 goldene Regeln“ wichtige Tipps, die einen ersten Schutz gegen Einbrecher bilden. Im Ernstfall können Betroffene und Zeugen die Polizei unter dem Notruf 110 verständigen.

1. Halten Sie die Hauseingangstür auch tagsüber geschlossen. Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie öffnen.

2. Achten Sie bewusst auf fremde Personen im Haus und auf dem Grundstück. Sprechen Sie diese Personen gegebenenfalls an.

3. Schließen Sie Ihre Wohnungseingangstür auch bei kurzzeitigem Verlassen immer zweimal ab und lassen Sie die Tür nicht „bloß ins Schloss fallen“. Auch Keller- und Speichertüren sollten immer verschlossen sein.

4. Verstecken Sie Ihren Haus- und Wohnungsschlüssel niemals außerhalb der Wohnung. Einbrecher kennen jedes Versteck.

5. Verschließen Sie Ihre Fenster und Balkontüren auch bei kurzer Abwesenheit. Gekippte Fenster und Balkontüren sind von Einbrechern ganz besonders leicht zu öffnen.

6. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Wohnung auch bei längerer Abwesenheit einen bewohnten Eindruck vermittelt. Ihr Nachbar kann zum Beispiel den Briefkasten leeren und Zeitschaltuhren können Ihr Licht zu unregelmäßigen Zeiten steuern.

7. Tauschen Sie mit Ihren Nachbarn Telefonnummern und vielleicht auch genaue Anschriften aus, damit Sie für den Notfall erreichbar sind.

8. Lassen Sie keine fremden Personen in Ihre Wohnung. Bei unbekannten Personen sollten Sie gegebenenfalls Nachbarn hinzuziehen.

9. Achten Sie darauf, ob Fremde ältere Nachbarn aufsuchen und fragen Sie nach, was diese Personen wollen.

10. Informieren Sie die Polizei, wenn Fensterscheiben klirren und im Treppenhaus Türholz splittert. Versuchen Sie niemals Einbrecher festzuhalten!

Von Rüdiger Franke

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