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Tageblatt-Wochenendkolumne von Ilse Stein

Tempo 30, Großkreis und Karneval Tageblatt-Wochenendkolumne von Ilse Stein

Der Fortschritt kommt schleichend. Das ist eine Binsenweisheit. Wenn es nach Rot-Grün in Deutschland geht, beginnt die Aktion Schleichen derweil schon mal bei den Autofahrern. In allen Städten soll künftig Tempo 30 die Regel sein, Tempo 50 die Ausnahme. In Göttingen sind die Grünen mit einem Ratsantrag bereits eilig vorgeprescht.

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Quelle: EF

Dass die meisten Bürger von einer solchen Tempo-30-Lösung nichts halten (bei Spiegel-Online votierten vergangene Woche 64,46 Prozent dagegen) und der ADAC davor warnt, interessiert dabei nicht. Da Grün und Radfahren gleichsam ein Synomym bilden, kann der Eifer eigentlich nur daraus erklärt werden, dass es einem grünen Radfahrer halt einfach nicht gefallen kann, wenn ihn in der Stadt ein Auto überholt.

Bei Tempo 30 hingegen kann der Radfahrer überholen. Das nennt man dann die Umkehrung der (politischen?) Verhältnisse. Wobei sich dem Fortschritts-Gläubigen zwingend die Frage stellt: Und was kommt noch schleichend auf uns zu? Im Internet hat ein Tageblatt-Leser bereits die folgerichtige Antwort gefunden: Autos in der Innenstadt schieben!

Kreisfusion

Während ich nun in den kommenden Tagen  auf die empörten Leserbriefe der Göttinger Radfahrer warte, ein Blick auf den geplanten Großkreis Göttingen. Auch hier stellt sich ja die Frage: Wie läuft das mit dem Fortschritt? Eher gar nicht, wenn man die neueste Entwicklung betrachtet. Nicht zuletzt, weil sich in Northeim Landrat Michael Wickmann (SPD) neuerdings vehement gegen eine solche Fusion der Kreise Göttingen, Osterode und Northeim stemmt.

Stück für Stück hat er in den vergangenen Wochen neue Forderungen auf den Tisch gelegt, die genau so eine Fusion verhindern sollen. Während doch die gesamte SPD eigentlich mal für eine Fusionslösung war.

Warum dieser Sinneswandel, nachdem Wickmann doch vor zwei Jahren sein Amt (ohne Neuwahl) hatte verlängern lassen, um angeblich Zeit und Raum zu schaffen für genau eine solche Fusion? Ganz einfach: Weil er nun doch noch einmal antreten möchte, wie es aus Northeim verlautet.

So plant Wickmann angeblich, seine Landratswahl zeitgleich mit der Bundestagswahl am 22. September 2013 abhalten zu lassen. Dann wäre er für weitere acht Jahre im schönen Landkreis Northeim Landrat. Und bekanntlich kann es in einem neuen Großkreis nur einen Chef geben. Dieses Thema wäre damit endgültig beerdigt.

Konkurrenten hat Wickmann offenbar dieses Mal nicht zu fürchten. Im Gegensatz zur letzten anstehenden Wahl. Damals hatte Wickmann seiner eigenen Partei, die einen Gegenkandidaten aufstellen wollte, damit gedroht, im Notfall als Parteiloser anzutreten. Nun aber herrscht parteiinterner Frieden – angeblich.

Womit mal wieder bewiesen wäre: Politik ist vor allem immer die Frage nach der Nützlichkeit für die eigene Position. Wie fragt der Jurist doch immer in strittigen Fällen: Cui bono? Wem nutzt es? Hier ist der Fall mal klar.

Karneval & Co.

Welch schöne Karnevals-Wagen könnte man aus diesen beiden Polit-Themen basteln. Leider ist diese Sitte hierzulande – außer  im Eichsfeld – ohne Tradition. Weshalb sich auch an diesem Wochenende wieder die Redaktions-Welt in zwei Lager spaltet. Die einen nehmen Urlaub, um sich am närrischen Wochenende bis zum Faschingsdienstag in der Ferne zu amüsieren. Die anderen bleiben hier und verziehen angewidert das Gesicht ob solcher „Vergnügungen“.

Vergnügungen anderer Art bietet dafür die Lokhalle am Wochenende : eine „Erlebnismesse für die ganze Familie“ mit dem etwas neckischen Namen Lokolino. Dazu locken das Göttinger Figurentheater oder heute Abend eine Après-Ski-Party auf der Eisbahn Nörten. Ohne Helau und närrische Verkleidung. Aber auch ohne Kamelle!

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Wochenendkolumne

Politiker-Aussagen verblüffen selbst altgediente Journalisten immer wieder aufs Neue. Vergangene Woche war  ich auf Ärger von Seiten der Sozialdemokraten gefasst, weil ich am Beispiel des SPD-Landrates von Northeim, Michael Wickmann, vorgeführt hatte, wohin persönliche Postensuche so führen kann (zum Scheitern einer Kreisfusion beispielsweise).

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