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Tausende Kraniche in Region Göttingen notgelandet

Wegen Wintereinbruch Tausende Kraniche in Region Göttingen notgelandet

Nach dem Wintereinbruch am Wochenende hat die Natur wieder einen Gang zurückgeschaltet. Bei dichtem Schneetreiben legten am Sonntag zahlreiche erschöpfte Kraniche Zwischenlandungen in der Region Südniedersachsen ein. Auch über der Stadt Göttingen waren in der Nacht tausende der grauen Vögel zu hören.

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Auf einem Feld bei Seeburg: Kraniche schöpfen Kraft für den Weiterflug in den Norden.

Quelle: Blank

Göttingen/Eichsfeld. „So viele Kraniche habe ich hier noch nie gesehen“, sagt der  Bösinghäuser Ornithologe Carsten Linde . „Es war dramatisch. Das Wetter zwang die Tiere zum Tiefflug, sie hatten keine Thermik und mussten Kraft tanken“, berichtet Linde, der seit Jahren den Kranichen quer durch Europa nachreist.

Übernachtung im Göttinger Bratental

Auf dem Weg zu ihren Brutplätzen in Mecklenburg-Vorpommern und Skandinavien übernachteten die imposanten Zugvögel im Göttinger Bratental, bei Bösinghausen, Lan-dolfshausen und Seulingen. Auch bei Kirchgandern landeten rund 1500 Tiere – sichtlich schwach und mitgenommen. Linde, ehrenamtlicher Kranichranger in Mecklenburg-Vorpommern: „Bürger haben bei Kirchgandern eine Fütterung organisiert, und die Tiere haben es angenommen.“

Rund 800 der scheuen Vögel stünden zeitweise am Seeanger, berichtet auch der Göttinger Ornithologe Hans-Heinrich Dörrie . Mehrere 1000 Kraniche rasteten am Leinepolder bei Salzderhelden. Im Bereich Deppoldshausen / Nikolausberg hätten sich ebenfalls viele der grauen Vögel ausgeruht. Kleinere Gruppen seien am westlichen Rand der Stadt Göttingen und bei Friedland beobachtet worden. „Sie sind erschöpft. Die Kaltfront erstreckt sich ja bis nach Frankreich. Und solche Flüge sind enorm kräftezehrend.“

Tieren nicht nähern

Dörrie und Linde appellieren an die Bürger, sich den Tieren nicht zu nähern, damit sie durch panische Flucht nicht weiter geschwächt würden. Lange bleiben würden die Kraniche in der Region ohnehin nicht. Linde rechnet mit einem Aufbruch in ein oder zwei Tagen, „sie drängen mit Macht nach Norden“.

Die Schlechtwetterfront in Europa habe im übrigen nicht nur den Kranichen zugesetzt, „sondern allen frühen Kurzstreckenziehern auf dem Weg in ihre Brutreviere“, sagt Dörrie. Feldlerchen, Kiebitze und Bachstelzen etwa habe der Kälteeinbruch teils sehr mitgenommen. „Das kann Vögeln, die nicht ganz fit waren, zum Verhängnis werden.“

Sorge um Störche

Mehr Sorgen als um die durchreisenden Kraniche, die notfalls auch Körner fressen, macht sich Linde um die Störche. Das erste Storchen-Männchen sei in Seeburg eingetrudelt. Die großen Vögel könnten keine Pflanzenteile verdauen, seien auf tierisches Eiweiß angewiesen und fingen bei Schnee und Frost mit viel Glück höchstens einmal eine Maus . „Die männlichen Störche kommen rund zwei Wochen vor den Weibchen, um die Nester vorzubereiten“, sagt Linde und sieht  harte Tage auf den Seeburger Frühankömmlinge zukommen: „Der Seeburger Storch wird Hunger schieben.“

Von Katharina Klocke und Kuno Mahnkopf

In den vergangenen Tagen oft zu sehen: tieffliegende Kranichgruppen.

 
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Wintereinbruch

In Seeburg ist das erste Storchen-Männchen eingetrudelt. Doch wenn es klappert, dann nicht wegen Frühlingsgefühlen, sondern allenfalls vor Kälte. Nach dem Wintereinbruch am Wochenende hat die Natur erst einmal wieder einen Gang zurückgeschaltet.

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