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Tempo-30-Vorstoß in Göttingen ausgebremst

Modellversuch Tempo-30-Vorstoß in Göttingen ausgebremst

Und plötzlich geht es nicht mehr um Tempo 30 auf allen Straßen in Göttingen. Langsames Tempo solle nur die Regelgeschwindigkeit sein. „Natürlich sind auch höhere Geschwindigkeiten wie 50 oder 70 Kilometer pro Stunde auf bestimmten Straßen möglich“, versicherte am Freitagabend Ulrich Holefleisch im Rat der Stadt.

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Bisher nur eine Idee: Tempo 30 auf Kasseler Landstraße.

Quelle: PH/Montage

Göttingen. Damit haben die Grünen ihren zuvor umstrittenen Antrag deutlich abgeschwächt – und gerade noch gerettet. Die SPD zog sich zur Beratung zurück und revidierte dann ihre zunächst ablehnende Haltung. Am Ende stimmten trotz Bedenken alle Fraktionen zu, wenigstens im Bauausschuss weiter und detaillierter über den Vorschlag zu diskutieren.

„Es geht um zu viel Lärm, um Klimaschäden durch CO2-Ausstoß und vor allem um die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger“, beschrieb Holefleisch die zentralen Anliegen seines Antrages. Empirische Untersuchungen hätten belegt, das gedrosseltes Tempo genau diese Probleme reduzieren könne. Ob sich das auch in einer mittelgroßen Stadt bestätigt, könne mit einem Modellversuch in Göttingen getestet werden. „Und welche Stadt ist dafür besser geeignet als Göttingen“, fragte Holefleisch unter Zustimmung von Patrick Humke (Linke). Dabei sollte Tempo 30 die „Regel“ sein. Werde auf bestimmten Straßen höheres Tempo erlaubt, müsse das mit Schildern angezeigt werden.

Idee löst Protestwelle aus

Die Idee, ganz Göttingen unter wissenschaftlicher Begleitung als Tempo-30-Zone auszuweisen, hatte schon vor der Sitzung eine Protestwelle ausgelöst. Und auch  im Rat gab es viele Bedenken. „Wäre es nicht sinnvoller, Unfallschwerpunkte gezielt zu bearbeiten, Auto-und Radwege mehr zu trennen und ein dynamisches Leitsystem einzurichten“, konterte für die Piraten Tobias Schleuß.

Die FDP-Abgeordnete Felicitas Oldenburg verwies für die CDU/FDP-Gruppe besonders auf Berufs- und Schulpendler, die täglich nach oder durch die Stadt kommen wollen und fügte an: „Das ist für die doch keine Spaßveranstaltung. Wie lange soll denn dann ein Stadtbus unterwegs sein?“ Für die SPD legte Andreas Klatt noch einen drauf: Andere Versuche und Berechnungen hätten gezeigt, dass Verkehrsströme nur bei Tempo 50 stetig fließen – Tempo 30 wäre auf den großen Straßen „das Schlimmste, was wir machen können“. Wichtiger sei ein bereits angestrebter neuer Verkehrsentwicklungsplan.

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Pilotprojekt

Tempo 30 auf allen Straßen in Göttingen: Als Grundlage für einen wissenschaftlich begleiteten Versuch will die Göttinger Ratsfraktion der Grünen bei der Ratssitzung am 15. Februar einen Antrag für ein entsprechendes Pilotprojekt einbringen. Das Vorhaben hat nun die Ratsgruppen von CDU und FDP auf den Plan gerufen. Sie sprechen sich gegen "Holefleischs Tempo-30-Wahn" aus.

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