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Zwei Millionen YouTube-Abonnenten

The-Fat-Rat Beim Kultur Zwei Millionen YouTube-Abonnenten

Der Musikproduzent TheFatRat hat auf seinem YouTube-Kanal mehr als zwei Millionen Abonnenten. Damit ist sein Kanal laut Statistikportal Socialblade Deutschlands drittgrößter Musikkanal. Christian Büttner stellt seine Arbeit am Sonnabend beim Göttinger Festival der Kulturschaffenden vor.

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Christian Büttner – Künstlername FatRat.

Quelle: r

Göttingen. Christian Büttner, so sein bürgerlicher Name, hat nach der Ausbildung zum Tontechniker in Los Angeles als Musikproduzent und Ghostwriter für verschiedene Plattenfirmen gearbeitet. Das erzählt der 38-jährige in seinem Studio, das sich in seinem Elternhaus in Niedernjesa befindet. Trotz des weltweiten Erfolgs seiner Musik ist Büttner bodenständig geblieben. Auf dem Klavier in seinem Studio steht eingerahmt eine selbstgebrannte CD von 2001 – schon damals mit dem Künstlernamen TheFatRat betitelt. Das sei ein Geschenk zur Hochzeit gewesen, erzählt er schmunzelnd. Wo die Goldene Schallplatte, die er für seinen Hit „Mignon Mignon“ 2010 in Frankreich bekommen hat, sei, wisse er gerade nicht.

Ambitioniert ist Büttner trotzdem: im Ranking der erfolgreichsten deutschen Musikkanäle auf YouTube wolle er sich bald den zweitplatzierten Robin Schulz schnappen: „In circa vier bis fünf Monaten sollte ich ihn überholt haben, seine Abonnentenzahl steigt nur noch halb so schnell wie meine“, erklärt Büttner stolz.

Von Hollywood zurück nach Friedland

Schon 2011 begann der Göttinger neben seiner Arbeit als Ghostwriter für Popstars wie die deutsche Castingband Monrose auch eigene Remixe zu produzieren und diese auf seinem YouTube-Kanal unter dem Pseudonym TheFatRat zu veröffentlichen. „Ich hatte irgendwann die Schnauze voll von der Plattenindustrie“, erzählt der Göttinger. Die Arbeit als Ghostwriter sei stressig und frustrierend gewesen, gibt Büttner zu. Er habe Lust gehabt, endlich auch eigene Musik zu produzieren. Deshalb zog Büttner 2013 gemeinsam mit seiner Frau zurück nach Deutschland.

Karrieresprungbrett YouTube

Büttner macht elektronische Musik mit Orchester- und Gesangselementen. In ein spezielles Genre könne er seine Musik jedoch nicht einordnen. „Mein Ziel war immer, dass die Leute meine Musik hören, egal wo“, deshalb habe sich YouTube als Plattform angeboten. „Auf YouTube bekommt jeder sofort Feedback. Trotz der Masse an Videomaterial, das pro Sekunde hochgeladen wird, hält sich nur hochwertiger Content über einen längeren Zeitraum“, erklärt Büttner.

Außerdem erzählt er, er habe nie auch nur eine Cent für Werbung ausgegeben – „Wenn etwas gut ist, funktioniert das als Selbstläufer“, sagt er, ohne dabei arrogant zu wirken.

Eigentlich sei er ein Social Media-Muffel. Obwohl es bald auch eine Instagramseite von TheFatRat geben soll, ist Büttner der Meinung, dass Erfolg nicht von der Vermarktung einer Person in sozialen Netzwerken abhänge. „Meine Musik steht für sich, deshalb habe ich mein Gesicht so lange nicht gezeigt. Irgendwann war ich es meinen Fans aber schuldig.“, erzählt Büttner lachend.

Musik ohne Urheberrechtsschutz

Jahrelang hat Christian Büttner seine Musik ohne die Unterstützung einer Plattenfirma vertrieben, seit einem Jahr steht er bei Universal unter Vetrag, das ändere jedoch nichts an seinem ursprünglichen Geschäftsmodell: Die eigene Musik so weit wie möglich verbreiten zu können, ohne die Songs urheberrechtlich zu schützen. Das bedeutet: Jeder kann die Songs von TheFatRat kostenlos im Internet runterladen, mixen und beispielsweise für eigen YouTube-Videos verwenden. Die Mash-ups und Remixes, die ihm am besten gefallen teilt Büttner sogar in einer Playlist auf seinem YouTube-Kanal. Begeistert zeigt er Videos anderer YouTuber, die seine Musik verwenden. Wie zum Beispiel der YouTuber Fernanfloo aus El Salvador, der mit über 24 Millionen Abonneten wiederum in einer ganz anderen Liga spielt als TheFatRat.

Büttners stärkster Song auf YouTube ist der Hit Unity. Mit über 90 Millionen Aufrufen schlägt er beispielsweise Helene Fischers Atemlos durch die Nacht (21 Millionen Aufrufe) um Längen. Unity errinert stark an die Hintergrundmusik eines Computerspiels und Büttner selbst bestätigt: „Meine Musik ist hauptsächlich durch die große Gamer-Szene auf YouTube berühmt geworden“, gerade Hits wie Unity seien als Hintergrundmusik sehr beliebt gewesen. Die Reichweite dieser Szene habe ihn selbst zunächst überrascht.

The Arcadium

Das neue Projekt des Göttingers ist die Website www.the-arcadium.net. Dort kann jeder frei auf die Musik von TheFatRat zugreifen, sie herunterladen und kostenlos für eigene Projekte verwenden. The Arcadium ist gleichzeitig auch der Name des neuen Plattenlabels von Christian Büttner und Universal – „Ich möchte unbekannten, talentierten Künstlern eine Plattform bieten“, erzählt Büttner. The Arcadium sei aber nicht nur elektronischer Musik vorbehalten, er sei offen für gute Musik jeglichen Genres, so der Produzent. Privat höre er zum Beispiel viel Singer-Songwriter-Musik, am liebsten von Jack Johnson oder Katie Melua. Außerdem arbeite er an einem neuen Song, der voraussichtlich Ende Januar 2018 samt eines Musikvideos veröffentlicht werden soll, die ersten Bausteine präsentiert er begeistert. Und noch einen Auftrag bearbeitet er: das Music-Pack für das Computerspiel DotA.

„Wir sind Kultur“

Ein „Festival der Kulturschaffenden“ will der Kulturverbund am Sonnabend, 18. November, ab 14 Uhr in der Stadthalle unter dem Titel „Wir sind Kultur“ veranstalten. Eine Kostprobe ihres Angebotes von Klassik bis Rock, Pop, Jazz und Tanz wollen die beteiligten Künstler bieten. Auch der Göttinger Jazz-Musiker Gunter Hampel wird auftreten. Bei einer Podiumsdiskussion soll es um öffentliche Kulturförderung gehen.Um 14 Uhr heißt es: „Wir sind Kinder“. Programm gibt es von jungen Musikern. Die Mitmachaktion „Der Katzen-Zauber“ richtet sich an Kinder zwischen 3 bis 16 Jahren. „Wir sind präsent“ lautet ab 15.30 Uhr der zweite Programmblock. Die Kinder- und Jugend-Big-Band und das Harfen-Orchester spielen, es gibt Kinderfolklore.

Der Vortrag zum Thema „Öffentliche Kulturförderung - Folgen und Nebenfolgen“ um 17.30 Uhr wird eingeleitet von einer Jazz-Big-Band. Nach dem Vortrag ist eine kulturpolitische Podiumsdiskussion geplant. Fragen wie „Wer entscheidet, was förderungswürdige Kultur ist und was nicht?“ sollen dabei dann erörtert werden. Danach stellt TheFatRat den Beruf Musikproduzent vor. Danach sorgen das Salonorchester und Clowns im Foyer der Stadthalle für Unterhaltung. Anschließend beginnt um 20 Uhr in der Halle „Wir sind stark“ - unter diesem Motto treten Pianist Alexander Savenok, das Gitarren-Duo Axel Mehner und Klaus Wißmann, die Rockband und das Gunter Hampel Trio auf.

Karten für das Festival gibt es im Vorverkauf gegen eine freiwillige Spende unter anderem beim Copy Team, Jüdenstraße 13a, und im Musi-Kuss-Büro, Reinhäuser Landstraße 55. mib

Von Pauline Noll

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