Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
„Eine Bühne für eure Rechte“

Göttingen „Eine Bühne für eure Rechte“

Jugendlichen ihre Rechte bewusst zu machen und sie zu politischem Engagement zu motivieren – das waren die Ziele eines Workshops im Jungen Theater am Sonntag. In Diskussionsrunden setzten sich 13- bis 18-Jährige mit den Themen auseinander und stellten sie anschließend szenisch dar.

Voriger Artikel
Neptuns Freuden, des Matrosen Leid
Nächster Artikel
„Entscheidung von großer Tragweite“

Schüler stehen auf der Bühne und setzen Kinder- und Menschenrechte in Szene.

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. „Theaterspielen ist eine besondere Art des Verstehens“, sagte die 16-jährige May Wyss von der Waldorfschule Göttingen. Die Schüler erweiterten im Workshop zunächst theoretisch ihr Wissen über Menschenrechten und deren Verletzung. „Die Jugendlichen sollen gut über ihre Rechte informiert sein und sehen, wie man sich bereits im jungen Alter für die anderer einsetzen kann“, so Organisatorin Eva Söhngen vom Institut für angewandte Kulturforschung (IFAK). Theaterspielen sei schon eine Form von Engagement. Das Einnehmen einer Rolle lehre den Spielenden, sich in andere hineinzuversetzen. Die 47 Workshop-Teilnehmer kamen von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bovenden, der Göttinger Waldorf- sowie Montessori-Schule und des Hainberg-Gymnasiums in das JT.

55618b68-85b9-11e7-8a9d-ecf16cf845db

Jugendlichen ihre Rechte bewusst machen und sie zu politischem Engagement zu motivieren, waren die Ziele eines Workshops im Jungen Theater (JT) am Sonntag.

Zur Bildergalerie

Die Organisation Unicef und der Kinderschutzbund ließen die Teilnehmer am Vormittag diskutieren: Darüber, welches der zehn Unicef-Kinderrechte, wie Gleichheit, Gesundheit und Bildung, für sie die größte Bedeutung habe. Hanno Schedler von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) informierte die Jugendlichen über Sklaverei in Mauretanien. In zwei Gruppen eingeteilt, sollten sich die Schüler im Anschluss entweder auf die Seite der Sklavenhändler schlagen oder Gegenargumente vorbringen. „Die Jugendlichen haben die Infos schnell verarbeitet und in ihre Argumentationen eingebaut“, sagte Schedler. Aktionsideen gegen die aktuelle Inhaftierung eines Journalisten entwickelten die Teilnehmer mit Andrea Wendt von Amnesty International in Göttingen. „Sie hatten tolle Einfälle, wie die Erstellung von Video-Botschaften oder ein Sit-in vor der Botschaft“, so Wendt.

Blickkontakt und Status

Am Nachmittag wurden die Jüngsten auf der JT-Bühne in zwei Gruppen eingeteilt. Die einen durften niemandem in die Augen sehen, während die Anderen zu intensiven Blicken aufgefordert wurden. Dann sollten sie keinen berühren oder aber das genaue Gegenteil tun. Das Bild eines schüchternen und das eines selbstbewussten Menschen wurde gezeichnet. „Ein niedriger oder hoher Status wirkt sich auf die Körperlichkeit eines Menschen aus. In Theaterszenen erzeugt die Begegnung der Beiden Spannung“, erklärte Theaterpädagogin Chawwah Grünberg. Die Schüler erzählten nach der Übung, sie hätten sich je nach Körperhaltung „sehr einsam“ oder „viel größer als der Andere“ gefühlt.

Abschlusspräsentation

Bei der Abschlusspräsentation stellte der 14-jährige Aurel Berner, Schüler an der Montessori-Schule, mit seinen Mitspielern eine Mauer dar. Dahinter war ein Mädchen gefangen. Ein zweites Mädchen vor der Mauer war „frei und sich ihrer Rechte bewusst“ und erlöste die Andere aus ihrem Verlies. „Man muss zu seiner Meinung stehen und Andere respektieren wie sie sind, sei es ihre Religion, Vorlieben etc.“, zog Aurel sein Fazit. Die Gruppe von May rief in ihrem Stück zur Identität eines Menschen „Ich will nicht sein, wie ihr mich wollt. Ich will ich sein.“ von der Bühne. Ihr gleichaltriger Mitschüler Paul Rafael sagte: „Theater ist nicht nur Unterhaltung. Man kann alle Arten von Emotionen vermitteln.“ Er habe Lust bekommen, sich politisch zu engagieren.

Bis Donnerstag, 30. November, können sich Schüler mit einem Video ihres Stücks zu Kinder- und Menschenrechten bei einem Theaterwettbewerb des IFAK anmelden.

Von Marie Niederleithinger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Anzeigenspezial
Die Bilder der Woche vom 2. bis 8. Dezember
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt