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Sensible Seismographen und tonnenschwerer Plumps

Erdbebenwarte mit Mintrop-Kugel Sensible Seismographen und tonnenschwerer Plumps

Die Tageblatt-Redaktion stellt 333 Dinge vor, die man in der Region besucht haben sollte. Heute: die Wiechert’sche Erdbebenwarte mit Mintrop-Kugel.

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Erzeugt künstliches Erdbeben: Mintrop-Kugel.

Quelle: Heller

Etliche Anrufe hat der Verein Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen kurz nach dem schweren Erdbeben in Japan erhalten. Vorsitzender Wolfgang Brunk rechnet auch zur nächsten öffentlichen Führung am Sonntag, 3. April, mit regem Interesse. Auf dem Gelände im Wald an der Herzberger Landstraße befand sich von 1901 bis 2005 die Geophysik der Universität Göttingen. Emil Wiechert forschte hier einst auf den Gebieten Seismik, Erdmagnetismus, Luftelektrizität und Meteorologie. Er baute zusammen mit den Göttinger Unternehmen G. Bartels und Spindler & Hoyer (heute Linos) Aufzeichnungsgeräte für Erderschütterungen. Einer dieser Seismographen gilt als weltweit ältester, wissenschaftlich brauchbarer und immer noch voll funktionsfähiger Seismograph.

Die empfindlichen Messgeräte registrieren nicht nur, so erfährt der Besucher, wenn im Innern des alten Erdbebenhauses jemand zu heftig auftritt, sondern sogar Beben im fernen Japan. Wie sich die sogenannten P- (Longitudinalwellen) und S-Wellen (Transversalwellen) ausbreiten und wie die Geräte funktionieren, erklären die Vereinsmitglieder ebenso anschaulich, wie was die erdmagnetischen Experimente von Carl Friedrich Gauß mit der Geophysik zu tun haben. Das Gaußhaus, 1833 im Garten der Sternwarte an der Geismar Landstraße erbaut, wurde 1902 auf das Gelände der Erdbebenwarte umgesetzt.

Höhepunkt einer Führung in der Erdbebenwarte ist der Fall der Mintrop-Kugel. Der Wiechert-Schüler Ludger Mintrop erzeugte 1908 auf dem Göttinger Gelände erstmals künstliche Erdbeben. Das Stahlgerüst, welches er dafür bauen ließ, und die vier Tonnen schwere Stahlkugel wurden vom Verein hergerichtet. Bei Führungen plumpst nun die Kugel aus 14 Metern Höhe eindrucksvoll herunter.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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