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Wo Salz kocht und die Zeit irgendwie steht

Saline Luisenhall Wo Salz kocht und die Zeit irgendwie steht

Die Tageblatt-Redaktion stellt 333 Dinge vor, die man gesehen oder gemacht haben sollte. Heute: die Saline Luisenhall.

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Saline Luisenhall: Europas einzige Pfannensaline, die noch in Betrieb ist, befindet sich in Göttingen.

Quelle: Heller

Es ist warm, es riecht irgendwie nach Meer, nach altem Holz und doch schwer beschreibbar anders. Es ist eine andere Welt, in die Besucher der Saline Luisenhall schreiten. Eine Welt, die alle Sinne fordert, anregt und begeistert. Ein Relikt aus einer anderen Zeit. Ein lebendiges Museum – und doch ist alles real. Es wird gearbeitet, gefördert, produziert, verpackt, nicht nur als Schauobjekt.

Luisenhall ist die einzige noch im Betrieb befindliche Pfannensaline Europas und ihr Salz inzwischen selbst bei Sterneköchen hoch im Kurs. Ihre Produktionsbeschreibung markiert auch das Herzstück der Saline: riesige flache Pfannen, in denen konzentrierte Sole aus 450 Meter Tiefe leicht erhitzt wird, bis sich das Salz aus der Tiefe kristallisiert – ein rund tausend Jahre altes Verfahren. Mit Rechen wird es dann abgeschöpft. Und weil alles ganz offen passiert, können Besucher sehen, riechen und fühlen, wie schon „zu Kaisers Zeiten“ Salz produziert wurde. Natürlich gehört dazu mehr als ein Solebrunnen mit Pumpe und Siedepfannen: Im weiteren Produktionsgang werden Salzklumpen zerkleinert, das Salz getrocknet und in verschiedenen Körnungen abgefüllt. Und: Mit einem Teil der Natursole wird ein angeschlossenes Badehaus betrieben. Auch wenn sich die Salzgewinnung kaum verändert hat, hat Luisenhall eine wechselvolle Geschichte mit mehren Besitzerwechseln, Konkursen und Pannen, bei denen zum Beispiel die Förderpumpe ins Brunnenloch gefallen war.

Unter dem Titel „Sole. Salz und Siedepfannen“ bieten die Stadtführer der „Göttingen Tourismus“ an jedem dritten Freitag im Monat Führungen durch die Saline an. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Saline im Greitweg 48. Gruppen können im Internet Sondertermine buchen:
goettingen-tourismus.de

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