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Mit Bohrer und Sonde: Bombensuche geht weiter

Experten untersuchen 30 Verdachtsstellen Mit Bohrer und Sonde: Bombensuche geht weiter

Vier Wochen nach dem Bombenunglück mit drei Todesopfern suchen Experten jetzt gezielt nach weiteren Blindgängern auf dem Göttinger Schützenplatz. Seit Montag bohren sie Schritt für Schritt an 30 verdächtigen Stellen jeweils 19 Löcher, in die eine Metallsonde herabgelassen wird.

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Sisyphusarbeit: Sechs Meter tief schraubt sich der Bohrer in den Schützenplatz-Boden.

Quelle: Hinzmann

Etwa drei Wochen werde es dauern, biss alle Verdachtsstandorte untersucht sind, sagte gestern Volker Heimberg, Chef des Suchteams der Spezialfirma Tauber. Der Kampfmittelräumdienst des Landes Niedersachsen hatte zuvor Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg ausgewertet und 30 Positionen ausgemacht, an denen Bomben-Blindgänger liegen könnten. Die Verdachtsstellen befänden sich nördlich der Godehardstraße im Bereich des Schützenplatzes, so Heimberg, einige auch in den Böschungen und Uferzonen auf beiden Seiten der Leine. Andere Stadtteile seien „mit sehr großer Wahrscheinlichkeit“ nicht betroffen, ergänzte Stadtsprecher Detlef Johannson.

Surrend und quietschend zieht sich der sechs Meter lange und zwölf Zentimeter starke Bohrer in die Tiefe – Schotter, Lehm, Kies und viel Grundwasser überwindet er wie Butter. Rundherum sieht es aus wie auf einem Maulwurf-Feld. „Nein, ich mache mir keine Gedanken“, sagt Heimberg mit Blick auf den Krater, in dem drei Männer bei einer Explosion getötet wurden. „Das ist eine Baustelle wie jede andere.“ Seit fast 25 Jahren sucht der 54-Jährige nach Blindgängern – sein Team erledigt die Vorarbeit, Sprengstoffexperten rücken erst im Ernstfall an. Die Suche mit Bohrstange und Sonde sei „ganz ungefährlich“, versichert der Fachmann. Bevor gebohrt wird, habe die Sonde einen Radius von drei Metern abgetastet. Stößt der Bohrer dennoch auf eine Barriere, spüre der Baggerführer das sofort und stoppe die Maschine. Dann werde der Bereich mit zusätzlichen Bohrungen genauer unter die Lupe genommen.

Am 1. Juni war auf dem Schützenplatz eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert, als sie gerade entschärft werden sollte. Das Umfeld war bereits evakuiert, drei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes aber wurden getötet, weitere schwer verletzt (Tageblatt berichtete). Wenige Tage zuvor konnte ein Blindgänger gleichen Typs entschärft werden. Der Schützenplatz ist seit dem Unglück gesperrt. Die Stadt hat die neue umfangreiche Suche in Auftrag gegeben. Statt Bomben bringe sie oft andere Dinge zu Tage, weiß Heimberg aus Erfahrung: Badewannen, Wagon-Teile, Kabeltrommel, Küchen-Öfen.

  Das Bohrverfahren
  Die Suche nach Blindgängern ist Sisyphusarbeit. Zunächst bohren die Experten am markierten Punkt in Etappen ein erstes sechs Meter tiefes Loch. Immer nach zwei Metern wird eine Sonde herabgelassen, die Metall registriert. Ist das zentrale Loch sauber, folgen in seinem Umkreis schrittweise 18 weitere Bohrungen. Reagiert die Sonde, werden in unmittelbarer Nähe zusätzliche Löcher gesetzt, um das Objekt genauer zu bestimmen. Hat es die Form einer Bombe, wird gegraben.
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Verdachtspunkte abgearbeitet

Die Arbeiten auf dem Schützenplatz werden am Freitag, 2. Juli, abgeschlossen.

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