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Im Steinbruch gibt es gutes Geld für harte Arbeit

Die Geschichte des Gaußturms, Folge 4 Im Steinbruch gibt es gutes Geld für harte Arbeit

Der Gaußturm wird in den kommenden Monaten saniert. In einer Serie stellt das Tageblatt das touristische Wahrzeichen der Region und seine Geschichte vor.

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Aufbereitung: Förderbänder transportieren den Basalt. 

Quelle: Archiv Utecht

Gutes Geld für harte Arbeit bot der Basaltsteinbruch auf dem Hohen Hagen, dem der alte Gaußturm 1963 zum Opfer fiel. „Ich habe schon als Lehrling soviel verdient wie ein Geselle“, erinnert sich Gerhard Utecht. 1948 begann er im Basaltwerk eine Ausbildung zum Schlosser und Schmied. Zehn Handwerker sorgten damals dafür, dass immer alle Maschinen funktionsfähig waren. „Wir haben auch nachts repariert, damit es am nächsten Morgen ungestört weitergehen konnte“, erzählt Utecht. 48 Stunden hätten sie anfangs in der Woche gearbeitet. Hinzu seien Überstunden gekommen.  

Im Steinbruch selbst schufteten damals gut 50 Männer. Weil den Deutschen nach dem Krieg der Gebrauch von Sprengstoff untersagt war, mussten sich die Arbeiter an Seilen die Wände hinablassen. „Sie brachen den Basalt mit Eisenstangen heraus“, erzählt Utecht. Später durfte der Sprengmeister wieder tätig werden. Auf besonders große Brocken legte er während der Mittagspause Patronen. Er sprengte sie so in kleinere Stücke. Das explosive Material bewahrte der Sprengmeister in einem Bunker auf, der sich in der Felswand befand. Der Raum war mit einer aufbruchsicheren Doppeltür versperrt, erinnert sich Utecht. 

Arbeiter luden den Basalt mit den Händen in Loren. Erst später kamen Bagger zum Einsatz. Pferde zogen die Loren zur Brecheranlage. Einmal machte sich eine abgekoppelte Lore selbstständig. Weil eine Weiche falsch gestellt war, rollte sie hinab in den Steinbruch und tötete einen Arbeiter aus Jühnde. Ab den 50er Jahren schafften Förderbänder das Gestein zur Brecheranlage, wo zehn Mitarbeiter es zu Schotter zerkleinerten. Der Basalt wurde schließlich mit der Seilbahn zum Bahnhof geschafft. Ein Teil der Arbeiter kam morgens zu Fuß aus dem umliegenden Orten. Neben Dransfeld und Jühnde stellten auch Bördel, Scheden und Varmissen Mitarbeiter. 

Baracken

Ein Teil der Beschäftigten wohnte in Baracken auf dem Hohen Hagen. Als Toiletten dienten ihnen Herzchenhäuser, erzählt Utecht, der selbst dort oben gewohnt hat. Zu den Bewohnern zählten außerdem italienische Gastarbeiterfamilien wie die Rossis und die Periellos. Utecht zog 1962 in die Stadt, heiratete und wechselte in den Heizungsbau. Der Steinbruch stellte seinen Betrieb 1971 ein. Die Firma Wegener aus Hannover baute noch bis 1987 auf dem Hohen Hagen Kasseler Meeressand ab. 

Der Sand stammt aus dem Oligozän, das vor 34 Millionen Jahren begann und vor 24 Millionen Jahre endete. Damals bildete die Dransfelder Hochfläche ein Flachmeer, das von einer reichen Schalen- und Spurenfauna besiedelt wurde. 

Versteinerungen

Von ihr haben sich nur noch Versteinerungen im Muschelkalk erhalten, der für die Region typisch ist. Als es vor 15 Millionen Jahren zu den Vulkanausbrüchen kam, floss Lava über den Sand und schützte ihn so vor Abtrag. Im südlichen Bereich des Steinbruchs liegt der Sand heute frei und bildet einen natürlichen Sandkasten. Nach der Stilllegung des Steinbruchs begann die Rekultivierung des Tagebaukraters. Der wurde mit Bodenaushub gefüllt, der beim Bau der ICE-Trasse von Hannover nach Würzburg anfiel. Seit dem Jahr 2005 erschließt ein informativer Geologie- und Bergbaupfad Besuchern die Zusammenhänge. Erarbeitet hat ihn Ewa Janina Wollemann in ihrer Diplomarbeit. An der Bergbaustation, einer von insgesamt sieben Haltepunkten, gibt es Gleise mit zwei Loren zu sehen. 

                                                                                                                 Von Michael Caspar

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