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Göttinger Professor im Himalaya von Felsmassen erschlagen

Erdbeben in Nepal Göttinger Professor im Himalaya von Felsmassen erschlagen

Trauer um Prof. Matthias Kuhle: Der Göttinger Wissenschaftler ist am Sonnabend bei dem verheerenden Erdbeben in Nepal ums Leben gekommen. Er leitete eine Exkursion mit 15 Geografie-Studenten, die nach Angaben der Universität Göttingen allesamt wohlauf sind. Die Familie des Wissenschaftlers hat sich am Dienstag an das Tageblatt gewandt und eine Erklärung abgegeben.

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Matthias Kuhle †

Quelle: dpa

Kathmandu/Göttingen. Demnach ist der Wissenschaftler beim Abstieg von Jagat nach Dhoban in der engen Schlucht des Ghandaki-Flusses von herabstürzenden Felsmassen erschlagen worden. Die Universität wollte das aber nicht bestätigen, sie hatte am Dienstag noch immer keinen direkten Kontakt zu den Studierenden.

Am Dienstag Nachmittag haben sich die 15 angehenden Geografen und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter Kuhles aber bereits auf die Rückreise begeben. „Sie sind jetzt auf dem Weg von Arughat Bazar nach Kathmandu“, sagte Thomas Richter von der Universität-Pressestelle. „Die Gruppe ist in einem Bus unterwegs, wir erwarten, dass sie am Dienstagabend in der nepalesischen Hauptstadt ankommt“, so Richter weiter. Wenn alles wie geplant läuft, sollen die 16 Göttinger am Mittwoch von Kathmandu aus zurück nach Deutschland fliegen. Die Gruppe rund um Kuhle war Anfang April zu einer wissenschaftlichen Exkursion in den Himalaya aufgebrochen.

Erklärung der Familie Kuhle

"Am 25.4.2015 etwa um 12 Uhr Ortszeit starb Prof. Dr. Matthias Kuhle als Leiter einer Studentenexkursion des Geographischen Instituts der Universität Göttingen im nepalesischen Himalaya. Auf dem Abstieg von Jagat nach Dhoban in der engen Schlucht des Buri Ghandaki Tales im Manaslu-Massiv befand sich die Gruppe im Epizentrum des verheerendsten Erdbebens, das seit 80 Jahren in Nepal aufgezeichnet wurde. Laut Informationen der Reiseagentur Hauser, die sich auf den begleitenden Sirdar beruft, befand sich Prof. Kuhle zum Zeitpunkt der Katastrophe in dessen Begleitung ein gutes Stück der Gruppe voraus, vermutlich um die Sicherheit des Weges zu überprüfen. Während der Erschütterungen, wurde Prof. Kuhle hierbei von herabstürzenden Felsmassen tödlich am Kopf verletzt. Alle weiteren Exkursionsteilnehmer blieben bis auf kleinere Verletzungen unversehrt. Sie mussten in der darauffolgenden Nacht zwischen Jagat und Dhopan auf Grund massiver Erdrutschungen biwakieren, und konnten erst am darauffolgenden Tag per Helikopter nach Arughat ausgeflogen werden.

Prof. Kuhle war als Glazialgeomorphologe und Hochgebirgsgeograph über 40 Jahre mit der Erarbeitung der Vergletscherungsgeschichte Hochasiens befasst. Internationale Bekanntheit erlangte er mit dem Nachweis eines tibetischen Inlandeises und dessen Einfluss auf die globalen Eiszeitzyklen. Er hinterlässt weltweit einzigartiges Dokumentationsmaterial zur rezenten und vorzeitlichen Gletscher- und Klimaentwicklung aus allen Gebirgsregionen der Erde. Der Universität Göttingen geht mit Prof. Kuhle einer ihrer bedeutendsten Wissenschaftler verloren. Er wurde 67 Jahre alt."

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