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Nach Erdbeben: Göttinger Geowissenschaftler warten in Nepal auf Hilfe

Filmemacher wohlauf Nach Erdbeben: Göttinger Geowissenschaftler warten in Nepal auf Hilfe

Ein schweres Erdbeben hat am Sonnabend Nepal erschüttert. Auch 15 Göttinger Studenten und Wissenschaftler, die auf einer Exkursion in den Himalaya unterwegs ist, sind davon betroffen. Der Kontakt zu der Gruppe war bis Sonntagmittag abgebrochen.

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Rettung der Bergsteiger am Mount Everest läuft

Das beschädigte Mount Everest-Basislager. Bei dem Beben kamen in Nepal, Indien und Tibet mehr als 2500 Menschen ums Leben.

Quelle: dpa

Göttingen. Nach Auskunft von Thomas Richter, Sprecher der Göttinger Universität, wartet die Gruppe zurzeit im Gelände auf den Rücktransport nach Katmandu. Die Göttinger campieren in einem engen Tal, dort sollen sie sobald wie möglich mit einem Helikopter abgeholt werden. Einige der Göttinger hätten leichte Verletzungen erlitten, konnten aber laufen. Richter hat über den Reiseveranstalter am Sonntagnachmittag der Tour Kontakt zu der Gruppe aufgebaut. Richter weiter: "Die Geografen befinden sich auf einer Exkursion im Erdbebengebiet und wurden auf ihrem Weg vom Tsum Valley nach Arughat Bazar, nordwestlich von Kathmandu, von dem Beben überrascht."  Detaillierte Informationen fehlten aber derzeit noch, da die Kommunikationseinrichtungen in Nepal nur eingeschränkt funktionieren. Die Studierenden werden von dem Professor und einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Geographie und Hochgebirgsgeomorphologie begleitet. Die Exkursion nach Nepal  ist Teil der Ausbildung.

Bei dem Beben, das am Sonnabend um 11.56 Uhr Ortszeit Teile von Nepal, Indien und Tibet zerstört hat, kamen nach ersten offiziellen Angaben mehr als 2500 Menschen ums Leben.

"Wir sind in großer Sorge um unsere Studierenden und Mitarbeiter", sagte Beisiegel. Es werde alles unternommen, um Kontakt aufzunehmen und zu erfahren, an welchem Ort und in welcher Lage die Studierenden seien. Die Studierenden werden von einem Professor und einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fakultät Geowissenschaften und Geographie begleitet. Die Exkursion nach Nepal  ist Teil der Ausbildung auf dem Gebiet der Geographie und Hochgebirgsgeomorphologie.

Unterdessen haben die beiden Göttinger Filmemacher und Bergsteiger Hannes Künkel und Nils Peuse das schwere Erdbeben unverletzt überstanden. In ihrem Basislager auf knapp 5200 Metern Höhe am Fuß des Mount Everest waren sie gerade beim Abendessen als das Beben der Stärke 7,8 den Himalaya erschütterte. Der Boden habe für mindestens 30 Sekunden stark gebebt, schreiben die beiden in ihrem Blog. "Gefolgt von Steinschlag von den Geröllhängen."

Drei Nachbeben waren ebenfalls im Basislager zu spüren. Dennoch sei Stelle ihres Lagers eine der sichersten in dem Gebiet. "Ein tragischer Tag", kommentieren sie die Naturkatastrophe.Künkel und Peuse waren am 6. April Richtung Tibet aufgebrochen. Sie begleiten drei Profi-Bergsteiger auf den 8848 Meter hohen Everest-Gipfel – ausgestattet mit moderner Kameratechnik, um im Auftrag des Bayerischen Rundfunks die Expedition zu dokumentieren. Sollten alle Bergsteiger auf ihrer Seite des Berges das Beben unversehrt überstanden haben, wollen sie an ihrem Zeitplan festhalten. Die Informationen würden aber nur langsam im Basislager eintreffen. 

Rund um den Mount Everest lösten sich bei jedem Zittern der Berge Lawinen und Erdrutsche. Mindestens 18 Menschen starben allein im Basislager am höchsten Berg der Erde. Zum Zeitpunkt des Lawinenunglücks hielten sich nach offiziellen Angaben etwa 1000 Menschen am Mount Everest auf. Die Leichen im Basislager seien von einem Expeditions-Team der indischen Armee gefunden worden, erklärte diese. Nach Angaben der Polizei in Lukla wurden 61 Verletzte ins Tal gebracht. Unter den Toten sind nach Angaben von Expeditionsleitern und Angehörigen ein Australier, ein US-Amerikaner und ein Chinese. Am Sonntag erschütterte ein Nachbeben die Hochgebirgsregion. Nach Angaben des Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam lag dessen Stärke bei 6,7.

Von Angela Brünjes, Britta Bielefeld und Michael Brakemeier, mit dpa

Erdbebenwarte Göttingen

Auch der moderne Breitbandseismograf der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Stationsnamen GTTG) und die drei historischen Wiechert‘schen Messgeräte in der ehemaligen Erdbebenwarte der Uni in der Herzberger Landstraße haben das schwer Erdbeben in Nepal registriert. Nach zehn Minuten erreichte die erste Erdbebenwelle Göttingen, berichtet Udo Wedeken von der Göttinger Warte. Die größten Oberflächenwellen hätten etwa

38 Minuten nach dem Beben Göttingen erreicht. "Sie haben also in dieser Zeit etwa 6600 Kilometer zurückgelegt, das entspricht einer Geschwindigkeit von etwa 10000 Kilometern pro Stunde", sagte Wedeken. "Zwischen einem Wellenberg und dem nächsten liegen etwa 30 Sekunden beziehungsweise 90 Kilometer. Wenn Göttingen also auf einem Wellenberg sitzt, dann befindet sich Hannover auf dem nächsten Wellenberg und 30 Sekunden später liegen beide Städte im nächsten Wellental."

Diagramme vom Hauptbeben (Stärke 7,8) am Sonnabend um 8.11 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit:

a) 120-Minuten-Intervall der Vertikalkomponente Z ab Beginn des Bebens,

b) die ersten 30 Minuten ab Beginn des Bebens,

c) ein 20-Minuten-Ausschnitt mit den größten Amplituden der Oberflächenwellen.

Screenshot von dem bisher größten Nachbeben (Stärke 6,7), das Sonntagmorgen um 9.09 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit stattfand. Dargestellt wird ein Ein-Stunden-Intervall mit den drei Komponenten der Station GTTG.

Quelle:
Screenshot Erdbebenwarte Göttingen

Screenshot Erdbebenwarte Göttingen

Quelle:
 

Foto: dpa

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