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Bedenken aus dem "Blümchenviertel"

Flüchtlingsunterkünfte in Göttingen Bedenken aus dem "Blümchenviertel"

Vor allem gegen den Standort Hagenweg für ein weiteres Flüchtlingswohnheime gibt es bei den Bürgern Bedenken. Das wurde am Donnerstagabend bei einer Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung deutlich. Diese stellte die Pläne für die fünf in 2016 geplanten Unterkünfte vor.

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Soll angekauft werden: das ehemalige Telekom-Gebäude an der Philip-Reis-Straße.

Quelle: Pförtner/Archiv

Göttingen. Als "äußerst bedenklich" stuften die Anwohner im Hagenweg und in der Pfalz-Grona-Breite die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft in der Göttinger Weststadt ein. Probleme sehen sie in der Integration der Flüchtlinge in dem ohnehin schon "schwierigen" Stadtteil rund um das Blümchenviertel und dem sozialen Brennpunkt Hagenweg 20. "Sicher, die Flüchtlinge müssen irgendwo hin, aber nicht in Nachbarschaft zum Hagenweg 20", sagte eine Anwohnerin.

 

Der Vertreter einer Immobilienfirma, die rund 100 Wohnungen in der Weststadt besitzt, berichtete, dass geplante, millionenschwere Sanierungen der Wohnungen möglicherweise verschoben würden, weil eine positive Entwicklung des Viertels durch die Flüchtlingsunterkunft ungewiss sei. Er berichtete von geäußerten Bedenken der Mieter gegen die Unterkunft. Die Gefahr aufkommenden Sozialneides sei da.

 

Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck geht indes davon aus, dass die Geflüchteten keine "neuen Probleme" in das Viertel bringen werden. Im Gegenteil: Sie seien eine Bereicherung für den Stadtteil. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) warnte aber davor, mögliche Probleme und Anwohnerbedenken außer Acht zu lassen.

 

Schlapeit-Beck machte vor den rund 60 Teilnehmern der Info-Veranstaltung deutlich, dass alle fünf für das kommende Jahr geplanten Unterkünfte professionell betreut werden sollen. Pro 50 Bewohner soll es eine Personalstelle für die Betreuung geben, sagte Schlapeit-Beck.

 

Nach jetzigem Stand können rund 1000 Geflüchtete in den geplanten Unterkünften untergebracht werden. Für kommendes Jahr erwartet die Verwaltung rund 2400 neue Flüchtlinge für Göttingen. Köhler betonte, dass bei der Verteilung der neuen Unterkünfte und der Zahl der Geflüchtete kein Stadtteil "übermäßig belastet" werden soll. Neben den geplanten Neubauten prüfe die Verwaltung weiter bestehende Gebäude, ob sie für eine Flüchtlingsunterbringung in Frage kommen. Ziel sei es weiterhin, keine Turnhallen zu beschlagnahmen. "Ob es uns gelingt, weiß ich nicht", sagte Köhler angesichts der Prognosen. 

 

Die geplanten Unterkünfte im Einzelnen

Holtenser Landstraße:  Soll von der Stadt gebaut werden. Geplant sind fünf Gebäude nach Vorbild der Unterkunft auf den Zietenterrassen für 300 Menschen. Ursprünglich waren 180 Plätze vorgesehen. Baubeginn soll im Februar sein, Bauende im August. Eine Nachnutzung als Sozialwohnungen ist vorgesehen.

 

Hagenweg:  Soll von der Städtischen Wohnungsbau gebaut werden und 100 Personen in zwei Gebäuden Platz bieten. Baubeginn ist für den März geplant, die Fertigstellung im September. Später sollen die Wohnungen als Sozialwohnungen genutzt werden.

 

Phillip-Reis-Straße:  Ankauf des ehemaligen Telekom-Gebäudes durch die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung. Umbau zu Wohnungen für 200 Menschen. Später soll das Gebäude durch die GWG als Gründerzentrum genutzt werden. Der Umbau ist zwischen Mai und September geplant.

 

Nohlstraße:  Die Städtische Wohnungsbau soll auf dem Gelände der Universität eine Unterkunft für 180 bis 240 Geflüchtete errichten. Baubeginn gibt die Verwaltung mit April kommenden Jahres an. Später die Gebäude als Studentenwohnungen genutzt werden.

 

Rodeweg : Noch laufen die nach Köhlers Auskunft "schwierigen" Verhandlungen mit den Eigentümern. Auf dem Gelände der ehemaligen Dawe-Halle sollen ab April nach dem Hallenabriss drei oder vier Gebäude für 180 Flüchtlinge entstehen. Bauherr ist die Stadt. Später sollen Sozialwohnungen entstehen.

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