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Botschaften sollen in Friedland für friedliches Miteinander sorgen

Orientierungshilfen Botschaften sollen in Friedland für friedliches Miteinander sorgen

Einige der Botschaften lassen sich nur handschriftlich darstellen: Amharanisch und Tigrinya etwa, zwei Sprachen aus Äthiopien. Mit Botschaften in sieben Sprachen vermitteln Polizei und Lagerleitung ab sofort Orientierungshilfen für Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Friedland.

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Jaqueline Emmermann vom Präventionsteam der Polizei und Heinrich Hörnschemeyer vor dem Bildschirm mit Botschaften in sieben sprachen.     

Quelle: Hinzmann

Friedland. Was sie bewirken sollen ist klar: Ein friedliches, geordnetes Miteinander, sagt Lagerleiter Heinrich Hörnschemeyer. Er freut sich über die Initiative der Polizei, die die Botschaften hat erarbeiten lassen. Über einen 65-Zoll-Bildschirm laufen diese Orientierungshilfen nun ununterbrochen zu den Essenszeiten im Flur des Sozialgebäudes, so dass jeder Flüchtling sie wahrnehmen muss - in Deutsch, in Englisch, in den beiden äthiopischen Sprachen, aber auch auf Kurdisch, Arabisch und in der pakistanisch-arabischen Amtssprache Urudu.

 

 

"Ein friedliches Miteinander ist die Basis unseres Zusammenlebens." lautet einer der Texte, "Jeder ist vom Gesetz gleich", ein anderer. Und: "Frauen und Männer sind gleichberechtigt." Schließlich: "Gewalt wird nicht toleriert und von der Polizei konsequent unterbunden." So die Botschaften.

 

Der Verweis auf Recht und Gesetz, und dass deren Einhaltung erzwungen wird, kommt nicht von ungefähr. Seit Jahresbeginn hat es innerhalb des Grenzdurchgangslagers 177 Mal die Notwendigkeit gegeben, dass Polizei eingreifen musste. Sei es, dass eine Straftat angezeigt wurde, sei es, dass Polizisten im Streit in der Warteschlange vor der Essensausgabe zu Hilfe gerufen wurden. Außerhalb des Lagers gab es lediglich sechs Taten, die Friedländer Bürger belasteten. Darunter der Diebstahl eines Bobby-Cars, aber auch ein Fall von sexueller Beleidigung, als einer Frau vor dem Geldautomaten an den Po gepackt wurde. Insgesamt, so Axel Kerschnitzki, Leiter der Polizeistation Friedland, waren in 91 Fällen Bewohner des Lagers landesweit in Straftaten verwickelt, die meisten davon jene knapp 40 Fälle, in denen im örtlichen Supermarkt gestohlen wurde. Das Gros dieser Taten geht freilich auf das Konto von Algeriern, die von März bis Juni in Friedland lebten, jetzt hier aber nicht mehr aufgenommen werden. Überhaupt habe sich alles sehr entspannt, weil nur noch 2000 statt 3500 Menschen hier leben, berichtet Hörnschemeyer. Und die Bewohner hätten verstanden, dass niemand um sein Essen bangen und drängeln muss. Die Küche schließe, wenn der letzte satt sei. Auch die Polizei denkt schon daran, ihre Präsenz mit einem Streifenwagen, täglich von 11 bis 23 Uhr, wieder etwas zu reduzieren.

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