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Brandwachen an Unterkünften: „Wir sind langsam am Ende“

Freiwillige Feuerwehren helfen Flüchtlingen Brandwachen an Unterkünften: „Wir sind langsam am Ende“

Einsätze in den neuen Flüchtlingsunterkünften in Adelebsen und Rosdorf bringen die Freiwilligen Feuerwehren an ihre Belastungsgrenze. Rund um die Uhr halten freiwillige Helfer sogenannte Brandsicherheitswachen, damit nichts passiert. Immer weniger aber können so lange ihren Beruf ruhen lassen.

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Quelle: SPF (Symbolbild)

Adelebsen/Rosdorf. „Wir sind mit unseren Reserven langsam am Ende“, sagt der Chef der Rosdorfer Feuerwehren, Martin Willing, „auch wenn wir natürlich gerne helfen“. Ähnlich drückt sich Thomas Wille, Gemeindebrandmeister in Adelebsen, aus. „Wir können sicher noch eine Woche durchziehen, aber es wird schwerer, die Leute zu motivieren.“ Freiwillig patrouillieren Mitglieder seit eineinhalb Wochen in notdürftig eingerichteten Außenstellen der Erstaufnahmeeinrichtung Friedland in ehemaligen Schulgebäuden. Etwa 200 Flüchtlinge sind in der früheren Heinrich-Christian-Burckhardt-Schule in Adelebsen untergebracht, 250 in der Anne-Frank-Schule Rosdorf. Die eilig bezogenen Gebäude seien für diese Nutzung aber noch nicht ausreichend mit vorbeugenden Sicherheitsanlagen ausgestattet, erklären die Feuerwehrchefs. Es fehlten Rauchmelder und Feuerlöscher, zusätzliche Flucht- und Rettungswege und entsprechende Beschriftungen in verschiedenen Sprachen. Vor diesem Hintergrund habe das Innenministerium eine Brandsicherheitswache angeordnet. In drei Schichten seien immer zwei bis zu drei Feuerwehrleute vor Ort, um im Notfall schnell eingreifen zu können. Dabei müssten sie regelmäßig kontrollieren, ob alle Rettungswege frei gehalten werden.

Mittlerweile hätten immer mehr Probleme, ständig im Einsatz zu sein, weil sie berufstätig sind. Zudem gebe es andere Veranstaltungen, die Kollegen binden würden. Wille hofft, dass die technischen Anlagen bis zum nächsten Wochenende stehen und die Feuerwehr sich zurückziehen kann. Rosdorf hat Nachbarn um Hilfe geben – „mit Unterstützung des Landrates“, sagt Willing. Jetzt würden die Dransfelder Feuerwehren sowie die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren aus Göttingen ein paar Schichten übernehmen – „das schafft Luft“.

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