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Elf Flüchtlinge absolvieren Praktikum bei Sartorius in Göttingen

Idee zum Nachahmen Elf Flüchtlinge absolvieren Praktikum bei Sartorius in Göttingen

Elf Flüchtlinge werden ab dem 1. Oktober bei Sartorius ein dreimonatiges Praktikum absolvieren. Die drei Frauen und acht Männer im Alter von 20 bis 40 stammen aus Pakistan, Syrien, Iran, Irak, Palästina sowie Kolumbien und verfügen fast alle über einen naturwissenschaftlich-technischen Hintergrund.

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Chance bei Sartorius: Elf Flüchtlinge starten mit dreimonatigem Praktikum.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Wir möchten mit dieser Initiative einen Beitrag dazu leisten, dass Flüchtlinge in Göttingen möglichst schnell integriert werden“, so Konzernchef Joachim Kreuzburg. Die Praktikanten werden in den Bereichen Produktion, Konstruktion, Entwicklung, IT  sowie Marketing eingesetzt. Sie haben eine 35-Stunden-Woche, wovon neun Stunden auf intensiven Deutschunterricht entfallen.

 
Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler fand für das Projekt äußerst lobende Worte. Er wisse von vielen Göttinger Firmen, die Flüchtlingen Praktikumsplätze zur Verfügung stellen wollten. Das Problem: die überaus komplizierte Rechtslage. „Für einen Handwerksbetrieb ist der Verwaltungsaufwand einfach zu groß.“ Aber selbst Sartorius ist sich noch nicht in allen Rechtsfragen sicher, so Sprecherin Petra Kirchhoff: „Wir wollen die Praktikanten auf jeden Fall entlohnen, müssen allerdings noch genaue Erkundigungen einholen.“  

 
Kirchhoff war es, die sich vor einigen Monaten mit der Idee zu dem Projekt an Dagmar Schlapeit-Beck gewandt hatte. Die Sozialdezernentin informierte daraufhin die Beschäftigungsförderung, die wiederum elf geeignete Flüchtlinge auswählte. Diese besuchten den Betrieb und absolvierten einen PC- beziehungsweise einen Löt-Test, bevor sie ihre Praktikumszusage erhielten. Klaus-Dieter Gläser, Leiter der Arbeitsagentur Göttingen, wies darauf hin, dass rund 80 Prozent aller Flüchtlinge über keine formalen Qualifikationen verfügten. Daher müssten Strukturen geschaffen werden, um die Qualifikationsniveaus feststellen zu können.

 
Ob die Praktikanten bei erfolgreich verlaufendem Praktikum auch eine Stelle bei Sartorius angeboten bekommen? Das werde man sehen, so Kreuzburg, der den Sartorius-Mitarbeitern ein ausdrückliches Lob aussprach: „Viele haben uns E-Mails geschickt und betont, dass sie die Aktion prima fänden.“ Die zukünftigen Kollegen auf Zeit sehen ihrem Praktikum derweil mit Freude entgegen. „Ich möchte wieder als Elektroniker arbeiten“, sagt Babak Esfahanian (40, Iraner), während Shokoufeh Arjomandia (35, ebenfalls aus dem Iran) davon träumt, eine Berufsausbildung zu machen und „hier ein neues Leben zu beginnen“. hr

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