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Flüchtlinge: Göttingen benennt vier Sporthallen für den Notfall

Gespräche mit Jugendherberge Flüchtlinge: Göttingen benennt vier Sporthallen für den Notfall

Die Stadt Göttingen ist fieberhaft auf der Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Dabei wird auch die Göttinger Jugendherberge mit einbezogen. Außerdem rücken vier Turnhallen in den Fokus.

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In Einzelfällen kommen in der Göttinger Jugendherberge bereits Flüchtlinge unter. Ob sich die Zusammenarbeit ausweiten lässt, ist derzeit aber unklar.

Quelle: Heller/Archiv

Göttingen. Was die Sporthallen anbelangt: „Wir haben in der Tat geschaut, wo sich kurzfristig Unterbringungsmöglichkeiten realisieren lassen, wenn sonst wirklich nichts mehr geht. Nur dann“, erklärt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Dafür kämen nach einer Prüfung die Sporthalle Königsstieg der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, die Sporthalle der Hainbundschule, die Sporthalle der Außenstelle des Felix-Klein-Gymnasiums („Kleiner Felix“) und die alte Halle des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Betracht.

Außerdem gebe es Kontakt zur Göttinger Jugendherberge. Dort würden Unterbringungsmöglichkeiten in Einzelfällen bereits genutzt. „Ob sich diese Zusammenarbeit nach der Ankündigung des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) auch in Göttingen ausweiten lässt, muss man noch ausloten“, sagt Johannson. Der DJH-Landesverband Hannover sei in Notsituationen gerne bereit, bei der kurzfristigen Aufnahme (bis maximal drei Tage) von unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen zu helfen, sagt Regina Häcker von der Göttinger Jugendherberge. Ob eine Unterbringung möglich ist, hänge aber von der aktuellen Belegungssituation der Jugendherberge ab. „Reservierung, Buchung und Unterbringung von regulären Gästen haben unbedingten Vorrang.“

Zudem müsse die anfragende Kommune Mitglied im DJH, Landesverband Hannover, sein oder werden „und eine adäquate Sozialbetreuung und gegebenenfalls auch den Einsatz von Dolmetschern sicherstellen“, erklärt Häcker.

Zunächst einmal stünden aber „weitere Kapazitäten auf dem Wege der vollständigen Belegung der Unterkunft Zietenterrassen und voraussichtlich ab Mitte Oktober des bis dahin umgebauten ehemaligen Instituts für den wissenschaftlichen Film (IWF) zur Verfügung, erklärt Johannson. Außerdem werde das ehemalige Gebäude der Voigtschule umgebaut, um dann dort bis zu 200 Flüchtlinge unterzubringen zu können. Die Arbeiten könnten bis Anfang 2016 abgeschlossen sein.

Johannson bestätigt zudem Informationen des Tageblatts, wonach die Stadt auch das ehemalige Gefängnis am Waageplatz als mögliche Flüchtlingsunterkunft geprüft hat. Wegen der Raumstruktur, des Gebäudezustands, energetischer Probleme und mit Gesamtblick auf noch vertretbare Investitionskosten sei der Gedanke aber „letztlich verworfen“ worden. Im Übrigen, erklärt Johannson: „Knast bleibt irgendwie immer Knast und ist auch in Zeiten größter Not vermutlich nicht das richtige Zeichen für Göttinger Willkommenskultur.“ afu

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