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Flüchtlinge aus Eritrea erhalten in Weende Sprachunterricht

St.-Petri-Gemeinde Flüchtlinge aus Eritrea erhalten in Weende Sprachunterricht

Die St.-Petri-Kirchengemeinde organisiert für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in der Hennebergstraße jeden Montag Deutschkurse. Die jungen Männer aus Eritrea im Alter zwischen 15 und 27 nehmen das Angebot gerne an und lernen fleißig.

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Sprachunterricht: Jutta Abramowski, Saleh Ebrahim, Kubnom Mehari, im Hintergrund: Angesom Semele, Marianne Tönsmann (v.l.).

Quelle: Hinzmann

Weende. Michaele Daniel hat ein klares Ziel vor Augen: Möglichst schnell möglichst gut Deutsch lernen und anschließend eine Ausbildung zum Tischler machen. Der 22-Jährige ist einer von rund einem Dutzend Flüchtlinge, die  nach monatelanger Flucht von Eritrea über Libyen und Italien nach Deutschland gekommen sind, auf ihren Bescheid im Asylverfahren warten und einmal pro Woche von Mitgliedern der Gemeinde und anderen Freiwilligen Deutsch-Unterricht erhalten.

 
In ihrer Heimat drohte den jungen Männern, die allesamt christlichen Glaubens sind, vom diktatorischen Regime des Präsidenten Isayas Afewerkis auf unbestimmte Zeit zum Militärdienst gezwungen zu werden – davor hatten sie Angst, davor sind sie geflohen. Sie sich als Kämpfer vorzustellen, fällt auch ausgesprochen schwer. Sie sind allesamt freundlich, höflich, zurückhaltend. Und anpassungsbereit. Deutschland sei ein Land, „in dem es viele Regeln gibt“, erklärt Abdu Mahammed (22) – diese Regeln wolle er möglichst rasch lernen. Ohnehin steht das Lernen bei den jungen Männern hoch im Kurs. Zum einen, was die Sprache angeht. Er wünsche sich eine eigene Wohnung, erzählt Angesom Semere (19), aber nicht dort, wo viele Landsleute wohnen: „Ich muss unter Deutsche, damit ich die Sprache lerne.“

 
Zum zweiten in puncto berufliche Zukunft. Biniam Maekele (22) möchte Automechaniker werden, Daniel Tischler. Daniel erzählt darüber hinaus, dass er gern in Weende lebt: „Hier ist es ruhig.“ Vorher war er kurzzeitig im Maschmühlenweg untergebracht, dort habe es ihm jedoch überhaupt nicht gefallen: „Viele aggressive Menschen, sie wollten immer kämpfen.“

 
Warum opfern die Freiwilligen eigentlich ihre Freizeit, um mit den Flüchtlingen zu arbeiten? Weil sie die derzeitige Flüchtlingspolitik beschämend finde, wie Verena Lorenz (32) erklärt, während eine 72-Jährige erzählt, dass sie als Kind in Bielefeld ausgebombt worden und im Heim aufgewachsen sei: „Da ist es mir ein Bedürfnis, zu helfen.“   „Wir können nicht alle ihre Probleme lösen“, sagt der emeritierte Professor und ehemalige Kreistagsabgeordnete Gerhard Ströhlein (79), „aber wir können die jungen Männer dabei unterstützen, sich in die Gesellschaft einzubringen“. Das Engagement der Freiwilligen falle auf fruchtbaren Boden, betont Marianne Tönsmann-Rätzke (69): „Da macht es besondere Freude, zu helfen.“ hr

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