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Flüchtlinge pflanzen in Göttingen 20 Obstbäume

20 Jahre Flüchtlingsarbeit Flüchtlinge pflanzen in Göttingen 20 Obstbäume

20 Jahre Flüchtlingsarbeit im Verein „Internationale Gärten“: Dafür stehen die 20 Obstbäume, die Flüchtlinge am Sonnabend im Internationalen Garten Geismar gepflanzt haben. „Wurzelschlagen 2.0“ hieß die Aktion, an der etwa 60 Flüchtlinge und Deutsche teilnahmen.

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20 Jahre Flüchtlingsarbeit im Verein „Internationale Gärten“: Zur Feier des Tages haben Flüchtlinge in Göttingen 20 Obstbäume gepflanzt.

Quelle: Heller

Göttingen. „Wir sind sehr froh, helfen zu dürfen“, sagte Amir Mohammad Madabi. Der 24-Jährige stammt aus Afghanistan, dem Land, das – mit Ausnahme von Deutschland – die meisten Teilnehmer stellte. Andere vertretene Länder waren Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Eritrea und Sudan. Dort herrschen höhere Temperaturen als hierzulande, weswegen auch ein wärmendes Lagerfeuer angezündet wurde. Warm wurde es den Menschen aber auch beim Pflanzen – der Boden war nämlich ganz schön hart.

 

Foto: Heller

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„Wir mussten ihn mit der Spitzhacke bearbeiten“, berichtete der Vereinsvorsitzende Shimeles Tassew, „mit dem Sparten allein war ihm nicht beizukommen“. Und so mussten die vielen fleißigen Hände erst ordentlich hacken, bevor sie Löcher graben und die Apfel-, Quitten-, Birnen- und Zwetschgen-Bäume einpflanzen konnten. Jeweils fünf hatten der Botanische Garten und die Baumschule Jenssen gespendet. Die anderen zehn waren durch Spenden erworben worden. Im kommenden Jahr noch nicht, aber 2017 könnten die ersten von ihnen Früchte tragen.

„Die Aktion bedeutet für die Flüchtlinge, sowohl symbolisch als auch real, ein erstes Wurzelschlagen in Göttingen“, sagt Tassew. Awet (16) und Menase (18) aus Eritrea haben bereits Wurzeln geschlagen – sie sprechen Deutsch, besuchen die BBS II und erwiesen sich am Sonnabend als begeisterte Stockbrot-Bäcker.

Hat Florian schon mal von Eritrea gehört? Nein, dafür jedoch von Afrika. „Das ist unser Nachbarland“, verkündete der sechsjährige Sohn einer deutschen Teilnehmerin. „Ist zwar weit weg, aber nicht so weit wie Australien“.

 

Von Hauke Rudolph

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