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Flüchtlinge und Helfer kicken in Sporthalle

Jeden Mittwoch Flüchtlinge und Helfer kicken in Sporthalle

Die Sporthalle des Max-Planck-Gymnasiums in der Langen Geismarstraße verwandelt sich jeden Mittwoch in eine Fußballarena. Flüchtlinge aus dem ehemaligen Gebäude der Voigtschule und ehrenamtliche Helfer kicken dort mit großer Freude regelmäßig eine Stunde.

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Quelle: CR

Göttingen. Es spielen fünf gegen fünf. Die Männer lachen, sind aber hoch konzentriert. „Das ist richtig guter Fußball“, erklärt Helmut Ender. Der 74-jährige Rentner kickt selbst seit seiner Jugend und hat die Fußballgruppe in der Flüchtlingsunterkunft ins Leben gerufen. „Ich wollte einfach helfen“, sagt er.

 

„Der Sportzettel blieb die ganze Zeit leer“, erinnert sich Ender an das Helfer-Treffen, bei dem er zum Stift griff und die Fußballgruppe gründete. In der Flüchtlingsunterkunft musste er nur das Wort „Fußball“ aussprechen, um von Männern jeden Alters umringt zu werden.

 

Eine Halle musste her, und Ender organisierte viel. Auch mit Versicherungsfragen musste er sich auseinandersetzen. Unterstützung bekam er von der Stadtverwaltung und Sportvereinen.

 

Bevor er zum Anstoß pfeifen konnte, mussten noch Sportoutfits angeschafft werden. Mit dem Fahrrad machte er sich mit einer Flüchtlingsgruppe auf den Weg zur Kleiderkammer, und die Männer wurden ausstaffiert. Ein Ball wurde beschafft, die Trikots spendierte Helmut Ender.

 

Der 14-jährige Sipan Bengin Khalaf ist der jüngste Kicker. Er kommt aus Syrien und geht seit Montag in die Schule. Mohsini-Hamidullah ist aus Afghanistan geflohen, Haitham Ali aus dem Irak. Auch Albaner sind in der Sporthalle vertreten. „Es macht viel Spaß“, erklären die Männer fast einstimmig.

 

Sie sind entspannt, spielen absolut fair. „Wir haben zu Hause auch viel Fußball gespielt“, erzählt Haitham Ali. Ender hofft auf ein Turnier mit anderen Sportvereinen. Die würden ohnehin ein Auge auf die neuen Kicker werfen, da sie immer auf der Suche nach Talenten seien, sagt Ender. kw

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