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Flüchtlingsaufnahme: Landkreis Göttingen im Krisenmodus

Schulen in Adelebsen und Rosdorf früher belegt Flüchtlingsaufnahme: Landkreis Göttingen im Krisenmodus

In einem Kraftakt sind im Landkreis Göttingen am Wochenende rund 550 weitere Flüchtlinge untergebracht worden. Dazu wurden die leerstehenden Schulen in Rosdorf und Adelebsen früher belegt als geplant.

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In einem Kraftakt werden im Landkreis Göttingen 500 weitere Flüchtlinge untergebracht.

Quelle: dpa

Adelebsen/Rosdorf. Der Landkreis hatte die Schulen dem Grenzdurchgangslager Friedland als Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Eigentlich sollten die Gebäude erst noch baulich hergerichtet werden. Doch weil das ohnehin schon hoffnungslos überbelegte Grenzdurchgangslager rund 500 neue Flüchtlinge zugewiesen bekam, musste alles schneller gehen als geplant. In einem Kraftakt richteten Hilfsorganisationen die Gebäude notdürftig her.

In Adelebsen etwa räumten Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und Feuerwehr die erst kürzlich geschlossene Albert-Schweitzer-Schule noch in der Nacht zu Sonnabend aus. In dem Gebäude hätten sich unter anderem noch Chemikalien befunden, erklärte Kreisdezernent Marcel Riethig.

Am Sonnabend wurde zunächst die Anne-Frank-Schule in Rosdorf mit knapp 200 Flüchtlingen belegt. Weitere 200 Flüchtlinge kamen schließlich in der Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen unter. In Adelebsen betreute der ASB die Flüchtlinge, in Rosdorf die Johanniter-Unfall-Hilfe. Dort half das THW dabei, Dusch- und Sanitärcontainer aufzustellen.  „Die Einsatzkräfte haben schnell und professionell reagiert. Die Situation ist sehr schwierig – logistisch und menschlich. Die eingesetzten Kräfte meistern sie mit viel Können und Engagement“, so Landrat Bernhard Reuter (SPD).

Die Stimmung in den beiden Notunterkünften sei bislang gut, erklärte der Sprecher der Landkreisverwaltung, Ulrich Lottmann am Sonntag. In Rosdorf, wo auch etliche Kinder zu den Flüchtlingen zählten, sei am Sonntagmorgen Spielzeug verteilt worden. Da neben der Anne-Frank-Schule auch die benachbarte Sporthalle bereits mit Flüchtlingen belegt ist, sind in dem Bereich nun mittlerweile 400 Flüchtlinge untergebracht.

Mit dem Wochenbeginn übernimmt das Grenzdurchgangslager Friedland die Betreuung der Flüchtlinge in den Schulen in  Adelebsen und Rosdorf. Weitere rund 150 Flüchtlinge kamen am Wochenende in der Polizeiakademie Hann. Münden unter.

Ebenso wie der Landkreis schaltet auch die Gemeinde Adelebsen in den Krisenmodus. Es wurden Flugblätter verteilt, um die Anwohner zu informieren. Gemeindebürgermeister Holger Frase (SPD) sowie die beiden SPD-Ortsbürgermeister Norbert Hille (Lödingsen) und Kurt Prutschke (Adelebsen) sagten ihre zum Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs geplante Reise in die polnische Partnergemeinde Wielun ab.

Sachspenden werden in Adelebsen und in Rosdorf jeweils im Gemeindebüro entgegen genommen. Helfer können sich unter den E-Mail-Adressen info@adelebsen.de beziehungsweise gemeinde@rosdorf.de melden. Benötigt werden gut erhaltene Spielsachen, Kinderwagen, Hygieneartikel, Decken, Bettlaken und gut erhaltene Kleidung. Nicht benötigt werden Möbel oder andere sperrige Gegenstände.

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