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Gastfamilien und Wohnungen für minderjährige Flüchtlinge in Duderstadt gesucht

Stadt bietet Unterstützungsnetzwerk Gastfamilien und Wohnungen für minderjährige Flüchtlinge in Duderstadt gesucht

Der Landkreis Göttingen will bis zu 60 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wegen guter Voraussetzungen auch in Duderstadt unterbringen. Betreut werden sie von der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen (JSN), die ein Büro mit mehr als 30 Mitarbeitern in der Stadt einrichten will.

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Netzwerk für minderjährige Flüchtlinge: JSN-Vorsitzender Holger Melchert, Wolfgang Nolte, Marcel Riethig und JSN-Koordinatorin Brigitte Ritz.

Quelle: Richter

Duderstadt. Das Engagement der Stadt sei ein „leuchtendes Beispiel der Mitmenschlichkeit“, sagte Kreisdezernent Marcel Riethig am Freitag nach einem Treffen unter anderem mit Ortsbürgermeistern, Caritas und Verwaltung sowie Vertretern von Schulen und Polizei in Duderstadt.

Vom Land werde es Geld für die Einrichtung von Sprachförderklassen an den Schulen geben.  Es werde eine enge Begleitung durch das bundesweit beachtete JSN-Erfolgsmodell geben. Ein Netzwerk und Integration in  den Alltag sei wichtig. Sorgen über mögliche Konkurrenzen seien nicht wegzudiskutieren, sagte Riethig. Der Bund müsse den Schwerpunkt bezahlbaren Wohnraum setzen.

„Es geht um junge Menschen, die zu Fuß durch die Wüste gelaufen und mit dem Schlauchboot über das Mittelmeer gefahren sind“, sagte der JSN-Vorsitzende Holger Melchert. Sie kämen unbegleitet in Friedland an und unterlägen in vollem Umfang dem deutschen Jugendrecht. Unterstützung gebe es durch muttersprachliche Dolmetscher, die durch die eigene Erfahrung auch Kulturdolmetscher  sein könnten. Das Ziel sei  der Besuch einer deutschen Schule, ein Abschluss und eine Berufsausbildung.

„Wir kommen her mit Neubürgern“, sagte Melchert. Die Jugendlichen würden „andocken“ und bleiben. Er verwies auf die Erfahrungen mit bislang betreuten Jugendlichen, die alle einen Schulabschluss erreicht hätten. Den Start wünscht sich Melchert „möglichst sofort“, realistisch sei aber Januar.

„Wir müssen und wollen uns unserer Verantwortung stellen“, sagte Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). Er verweis auf ein einmütiges Votum des Verwaltungsausschusses. Die Bürger seien schon in besonderer und außergewöhnlicher Weise gefordert gewesen, sagte Nolte mit Blick auf die bereits rund 500 vom Land vorübergehend im Rosenthaler Hof untergebrachten Asylbewerber.  Er forderte Bund und Land auf, alles zu tun, dass diejenigen ohne Asylgrund schneller in ihre Heimatländer zurückkehrten.

Seit 2011 werden im Landkreis unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Friedland betreut. Im Juni waren es 38, derzeit sind es rund 250. Der JSN betreut sie zurzeit hauptsächlich in Göttingen, Lenglern und Hann. Münden. Interessierte, die sich vorstellen können, als Gastfamilien zu helfen, oder Wohnungen für Kleingruppen vermieten wollen, können sich bei der JSN unter Telefon 05 51/99 95 89-32 oder -51 sowie per Mail an omf-info@jugendhilfe-sued-niedersachsen.de melden.

Weitere Infos unter ► jugendhilfe-sued-niedersachsen.de

 

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