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Göttingen sucht Platz für Flüchtlinge

Wohnheimsneubau im Gespräch Göttingen sucht Platz für Flüchtlinge

Die Zahl 700 steht. Noch. Die Stadtverwaltung rechnet zwar weiterhin mit „mindestens“ 700 Flüchtlingen, die sie in diesem Jahr unterbringen muss. Aktualisierte Zahlen habe das niedersächsische Innenministerium aber für September angekündigt, sagte Verwaltungssprecher Detlef Johannson.

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Quelle: SPF/Archiv (Symbolbild)

Göttingen. Er geht davon aus, dass sich die Zuweisungen im zweiten Halbjahr „aufgrund überfüllter Erstaufnahmeeinrichtungen und weiter gestiegener Flüchtlingsströme noch steigern werden, so dass wir deutlich über den erwarteten 700 Personen liegen könnten“.

 
Für sie benötigt die Stadt Platz. 300 von den angenommen Flüchtlingen sind bereits untergebracht, mit den Unterkünften Zietenterrasse und ehemaliges IWF stehen ab September und Oktober weitere 330 Plätze zur Verfügung. Rolf-Georg Köhler sagte am Donnerstag, dass die Stadt derzeit auf der Suche nach einem Standort für einen weiteren Neubau für ein Flüchtlingswohnheim nach dem Vorbild Zietenterrassen ist. Gleichzeitig appellierte er an den SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann, sich für eine Nutzung des leerstehenden Telekom-Gebäudes an der Philipp-Reis-Straße als Flüchtlingswohnheim einzusetzen. Es könne nicht sein, dass das Haus eines ehemals staatlichen Betriebes leer stehe und die Stadt Geld für Neubauten ausgeben müsse. Seit Jahren habe sich die Stadt vergeblich um eine Anmietung bemüht.

 
Unterdessen sucht die Verwaltung nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. „Vor allem mit Blick auf das Jahr 2016, in dem wir nach gegenwärtigem Stand erneut mindestens wieder 700 weitere Flüchtlinge erwarten“, sagte Johannson. Dabei würde auch Hinweisen auf leerstehenden Wohnraum nachgegangen. Allerdings treffe die Stadtverwaltung dabei aber auch auf Eigentümer und  Vermieter, „die nicht an Flüchtlinge vermieten wollen und bislang keine Vermietungsbereitschaft zeigen, wenn die Stadt sich bereit erklärt, als Mieter aufzutreten“. Anders als etwa der Tübinger Bürgermeister Boris Palmer (Grüne) sieht Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck für eine Beschlagnahmung von Wohnungen die Rechtsgrundlage nicht gegeben. Palmer hatte diese am Mittwoch ins Spiel gebracht. Schlapeit-Beck wolle sich stattdessen über den niedersächsischen Städtetag beim Land dafür einsetzen, „die bis in die 90er Jahre geltende Verordnung gegen Wohnraumzweckentfremdung wieder aus der Schublade zu holen“. Zweckentfremdung im Sinne dieser Verordnung sei auch der Leerstand von Wohnraum gewesen. mib

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Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016