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Herberhäuser kümmern sich um Flüchtlinge

Zu Hause aufgenommen Herberhäuser kümmern sich um Flüchtlinge

Zwei geflüchtete Frauen und eine Familie sind derzeit privat in Herberhausen untergebracht. Betreut werden sie von der Flüchtlingshilfe Herberhausen, die von Daniela Hartwig und Andrea Gruttke-Henze geleitet wird.

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Buthooutu mit ihrem Sohn Yusef.

Quelle: EF

Herberhausen. Gruttke-Henze beherbergt die beiden Frauen bei sich zu Hause. Eine von ihnen ist Buthooutu. Sie ist gerade Mutter eines Sohnes geworden: Yusef. Die 22-Jährige lächelt schüchtern und schaut immer wieder zu Boden, als sie ihre Geschichte erzählt. Als sie im fünften Monat schwanger war, begab sie sich auf die lange Reise nach Deutschland, nachdem sie schon einmal vor dem Krieg aus Eritrea nach Libyen geflohen war. Buthooutu bangte um ihr Kind: „Yusefs Sicherheit steht für mich immer an erster Stelle. Ich wollte ihn vor den schrecklichen Dingen bewahren, die ich selbst sehen und erleben musste.“ Und auch ihre Zukunftswünsche beziehen sich hauptsächlich auf ihr Neugeborenes. Sie wünscht sich eine gute Bildung für Yusef und dass sie selbst ihre Schule beenden kann. „Ich bin ja noch jung“, fügt sie hinzu.

 
Außerdem hofft sie, dass ihre Familie nachkommt. Zu der hat sie keinen Kontakt mehr, seitdem sie ihr Hab und Gut bei der Bootsüberfahrt von Libyen nach Italien aufgeben musste. In Deutschland angekommen, konnte sie aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht weiterreisen und musste alleine in der Flüchtlingsunterkunft in Adelebsen zurückbleiben, während ihre Freunde weiterreisten, berichtet Buthooutu. Dort nahm sich dann ihre jetzige Mitbewohnerin Alassi ihrer an.
Seit Mitte September wohnen die beiden bei Gruttke-Henze. Seitdem gibt es auch die Flüchtlingshilfe Herberhausen, die mit Hilfe von Gruttke-Henze und Hartwig entstanden ist. 

 
Mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit wollen sie den Geflüchteten helfen, sich besser in Deutschland zurechtzufinden, und Berührungsängste abbauen. Gruttke-Henze nimmt die beiden Frauen zum Beispiel mit zum Sport, damit sie mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Auch wenn es viel Energie und Arbeit kostet, sind sich die Helferinnen einig: „In den letzten Wochen haben wir so viel gelernt wie in den ganzen letzten Jahren nicht mehr. Man setzt sich mit Themen, Kulturen und Sprachen auseinander, mit denen man sonst nie in Kontakt gekommen wäre.“

 
Unterdessen werden im Forsthaus Herberhausen Küche und Sanitäranlagen saniert, um dort vorraussichtlich Ende Oktober weitere Geflüchtete unterzubringen, wie Detlef Johannson, Sprecher der Stadtverwaltung, mitteilt. Platz wäre dort für zwei Großfamilien. Das Duo von der Flüchtlingshilfe und viele weitere Helfer wollen beim Einzug helfen. „Das kann alles vom einen auf den anderen Moment geschehen. Wir müssen immer im Hier und Jetzt leben“, sagen  Hartwig und Gruttke-Henze. Aber sie sind sich sicher: „Wir schaukeln das Kind schon.“

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